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Coronavirus: Infizierter Chirurg hatte Kontakt zu 300 Patienten

Ostrhauderfehn –

Die Eindämmung des Coronavirus – so lautet das Ziel. Infektions- und Verdachtsfälle müssen schnell erkannt und isoliert werden. Die Hoffnung bei der Eindämmung des Virus liegt vor allem auf dem Praxispersonal und den Ärzten. Doch was passiert, wenn der Arzt zum Patienten wird? Und was bedeutet das für die Menschen, die zuvor von diesem Arzt behandelt wurden? Alles Fragen, mit denen sich das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) in Ostrhauderfehn (Landkreis Leer) jetzt auseinandersetzen muss.

Der Chirurg Dr. Thomas Braxmann aus Emden, Leiter des MVZ in Ostrhauderfehn, ist vergangenen Sonntag positiv auf das Coronavirus getestet worden. Wie die „Ostfriesen Zeitung“ berichtet, hatte der 54-Jährige nach eigenen Angaben „gefühlt 300 Patientenkontakte“ in der vergangenen Woche. Und das nicht nur im MVZ, sondern auch im Friesoyther St.-Marien-Stift. Hier soll der Chirurg ebenfalls knapp ein Dutzend ambulante Operationen ausgeführt haben. Das Ostrhauderfehner MVZ ist wegen des Coronafalles seit Sonntag vorerst geschlossen.

Kontakt zu Patienten und Mitarbeiterinnen aus fünf Landkreisen

Über die genaue Anzahl der Patienten-Kontakte könne die Stadt Emden Auskunft geben. Die Anfrage der „Ostfriesischen Zeitung“ blieb jedoch unbeantwortet. Die Kreissprecherin in Leer, Maike Kuch, bestätigte der Zeitung allerdings: „Wir haben vom Emder Gesundheitsamt eine Kontaktliste mit zurzeit 74 Kontakten aus dem Kreisgebiet Leer erhalten.“ Doch nicht nur die Patienten stehen unter Infektions-Verdacht.

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Auch die 15 Mitarbeiterinnen im MVZ Ostrhauderfehn sind unter häusliche Quarantäne gestellt worden. Welche Mitarbeiter aus anderen Landkreisen betroffen sein könnten, ist noch offen. „Es sind sowohl bei den Patienten als auch bei den Mitarbeiterinnen fünf Landkreise berührt. Emsland, Leer, Cloppenburg, Ammerland und die kreisfreie Stadt Emden“, berichtet Baxmann der „Ostfriesischen Zeitung“.

Urlaub um Corona-Sperrgebiet

Der Chirurg aus Emden habe zuvor einen Skiurlaub in St. Anton gemacht. Das Gebiet wurde nach seiner Rückkehr zum Corona-Sperrgebiet erklärt, woraufhin Baxmann sich am vergangenen Freitag einem Virus-Test unterziehen wollte. Mit seiner Bitte sei er aber bei Ämtern und letztlich auch über die Telefon-Hotline nicht durchgedrungen. Erst am vergangenen Sonnabend sei er schließlich in Georgsheil auf COVID-19 getestet worden. (mp)

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