Rief zum nächtlichen Luca-Einchecken im Zoo auf: Satiriker und Moderator Jan Böhmermann.
  • Rief zum nächtlichen Luca-Einchecken im Zoo auf: Satiriker und Moderator Jan Böhmermann.
  • Foto: Christophe Gateau/dpa

Corona-Nachverfolgung: Böhmermann befeuert mit „Zooausflug“ Kritik an Luca-App

Osnabrück –

Eigentlich soll die Corona-Warn-App Luca von Rapper Smudo bei der Kontaktnachverfolgung helfen. Doch die Kritik wächst. Und wird nun von Satiriker Jan Böhmermann befeuert. Mit einem nächtlichen Besuch im Zoo veranschaulicht der Moderator die Sicherheitslücken der App.

„War ganz schön was los gestern Nacht im Zoo Osnabrück“, schrieb der Fernsehmoderator Mittwoch auf Twitter. Zuvor hatte er dazu aufgerufen, sich einen Namen auszudenken und per QR-Code im Zoo einzuchecken. Er postete eine Grafik aus der Warnapp, die die Besucherstatistik der eingeloggten Nutzer an einem Standort darstellt. Demnach waren von etwa vier Uhr nachts bis acht Uhr morgens mehr als 100 Besucher im geschlossenen Osnabrücker Zoo.

Laut Luca-App 43.000 Kunden in einem Modehaus

Böhmermann witzelte: „Ich habe mich soeben um 0:40 Uhr über diesen QR Code mit der LucaApp als ‚Michi Beck‘ von Berlin aus im Zoo Osnabrück eingecheckt und verbringe jetzt eine Nacht virtuell in Gedanken bei Elefantenbaby Yaro.“ Er schrieb, dass er sich auch in einem Modehaus in Bohmte (Niedersachsen) eingecheckt habe. „Ich stöbere jetzt ein wenig bei den Blusen und Jeans.“ Laut App waren mehr als 43.000 Menschen in dem Modehaus.

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Die Luca-App steht in der Kritik.

Foto:

Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dp

Das Problem der Luca-App: Nicht nur tatsächliche QR-Codes können zur Ortsangabe in der App genutzt werden, sondern auch abfotografierte. So konnten Menschen egal von welchem Ort aus und mit welcher Identität einfach einchecken.

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Das Unternehmen teilte dem NDR mit, dass die App „natürlich missbräuchlich“ genutzt werden könne – genauso wie eine Maske falsch getragen werden könne. Die durch die App gebotene Möglichkeit, einen öffentlich gewordenen QR-Code auch von zu Hause aus zu nutzen, sei bekannt. Um dem zu entgehen, müsse man die GPS-Daten verpflichtend überprüfen. „Das würde unserer Idee der Datensparsamkeit jedoch widersprechen“, teilte eine Sprecherin mit. Das Unternehmen setze daher lieber auf „Datensparsamkeit und Eigenverantwortung“.

Niedersachsen setzt auf die Luca-App

Mithilfe der Luca-App sollen Nutzer digital ihre Daten beim Besuch von Veranstaltungen, Restaurants oder beim Shoppen hinterlegen können, sodass eine schriftliche Datenerfassung zur Kontaktnachverfolgung vor Ort hinfällig wird. Die App soll unter anderem in Niedersachsen fester Bestandteil in der Öffnungsstrategie für Gastronomie, Kultur und Handel werden. (wb) 

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