• Foto: picture alliance/dpa

Billigere Bahntickets: Warum viele Pendler jetzt zu viel zahlen

Seit dem 1. Januar 2020 fahren wir günstiger mit der Bahn. Statt wie bisher 19 Prozent Mehrwertsteuer sind für Tickets nur noch sieben Prozent fällig. Doch wie sich jetzt rausstellte, gilt das nicht für alle: Besonders viele Pendler müssen draufzahlen.

Wer viel Bahn fährt, hat sicherlich mitbekommen, dass die Preise im Fernverkehrs gesunken sind. Das liegt an der unterschiedlichen Besteuerung. Statt der bisherigen 19 Prozent Mehrwertsteuer zahlen Kunden nur noch sieben Prozent für das Bahnticket. Doch die Umstellung läuft nicht überall so schnell.

Mehrwertsteuer-Senkung: Viele Pendler zahlen zu viel

Denn die Umsetzung im Nahverkehr ist kompliziert. Der Nahverkehr in Deutschland setzt sich aus mehr als 100 Unternehmen zusammen, wie der NDR am Donnerstag berichtet. Dass diese Unternehmen die Preisänderung zum Teil abstimmen, genehmigen und auch noch technisch umsetzen, brauche seine Zeit, heißt es vom „Tarifverband der Bundeseigenen und Nichtbundeseigenen Eisenbahnen in Deutschland“. Denn die Bahnunternehmen sind über komplizierte Tarifstrukturen miteinander verbunden.

Video: HVV-Monatstickets am teuersten in Deutschland

Konkret heißt das laut NDR: Für Strecken unter 50 Kilometern galt bisher schon die 7-Prozent-Mehrwertsteuer. Für Strecken über 50 Kilometern, die offiziell als Fernverkehr gelten aber für viele Pendler tägliche Realität sind, müssen jetzt überall die Ticketsysteme umgebaut werden.

Bahn-Preise: Unternehmen brauchen Monate für Umstellung

Und das könne gut und gerne sechs Monate dauern, so Thilo Knoblich von Niedersachsen-Tarif gegenüber dem NDR. In dieser Zeit wird der Preisvorteil nicht an die Kunden weitergegeben. 

Das könnte Sie auch interessieren: „Wir brauchen Fleisch“ Chefarzt: „Vegane Ernährung bei Kindern ist Körperverletzung!“

Der Fahrgastverband „Pro Bahn“, kritisiert dass mehr Geld bei den Unternehmen verbleibe, weil lediglich sieben Prozent abgeführt, aber 19 Prozent Steuer erhoben werden. Diese zusätzliche Einnahme sollte demnach dem Kundenangebot zu Gute kommen, fordert „Pro Bahn“. (mdo)

Email
Share on facebook
Share on twitter
Share on whatsapp