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Bei Prozessbeginn: Sie trennte sich – er stach zu: 25-Jähriger entschuldigt sich

Kiel –

Wegen einer Messerattacke auf den Begleiter seiner Ex-Freundin muss sich ein 25-jähriger Mann seit Mittwoch vor dem Kieler Landgericht verantworten. Die Anklage lautet auf versuchten Totschlag. Zu Prozessbeginn gestand der Angeklagte den Messerangriff.

„Ich habe einen Fehler begangen. Ich wollte ihn nicht verletzen. Es tut mir leid“, las dessen Verteidiger vor. Das Opfer erlitt der Anklage zufolge eine vierfache Dünndarmperforation und musste notoperiert werden. Der 22-Jährige ist Nebenkläger in dem Verfahren.

Die 23-jährige Studentin sagte vor Gericht, der Angeklagte habe gedroht, ihrem Bruder von der Beziehung zu erzählen. Der habe aber nichts davon wissen dürfen. Alle Beteiligten haben türkische Wurzeln.

Opfer akzeptiert Entschuldigung nicht

Der 22-Jährige hatte nach eigener Aussage seine langjährige Freundin nachts auf deren Bitte hin zu einer Aussprache mit dem 25-Jährigen begleitet. Sie habe gehofft, dass ihr Ex-Freund die Trennung akzeptieren würde. Am Treffpunkt in Kiel sei der Mann aber wieder ausfallend geworden. Deswegen habe er sich schützend vor sie gestellt, berichtete der 22-Jährige.

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Den Messerstich habe er zunächst nur für einen Faustschlag gehalten, beim Hochziehen des T-Shirts aber das Blut und die klaffende Wunde gesehen, sagte der Zeuge. Die Entschuldigung nahm er nicht an. Der Angeklagte hätte weder zustechen noch die Frau derart bedrohen und beleidigen dürfen, sagte er. Vielmehr hätte der Mann nach seiner Messerattacke helfen und Hilfe rufen müssen statt zu gehen. Der Angeklagte habe ihm inzwischen 1500 Euro Schmerzensgeld gezahlt und weitere Zahlungen angekündigt.

Das Gericht hat bis zum 17. Februar vier Verhandlungstage festgesetzt.

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