Kripo-Beamte untersuchen aus dem Erddepot gefundene Schriftstücke.
  • Kripo-Beamte untersuchen aus dem Erddepot gefundene Schriftstücke.
  • Foto: JOTO

Bei Hamburg: Möglicher RAF-Bunker von Waldarbeitern entdeckt

Seevetal –

Mehr als 20 Jahre „kämpfte“ die Rote Armee Fraktion, kurz RAF, gegen das ihrer Meinung nach verwerfliche imperialistische System der Bundesrepublik Deutschland. Ihre Methoden: Geiselnahmen, Bombenanschläge und Mord. Heute gilt die Gruppe zwar offiziell als aufgelöst, einige flüchtige Mitglieder begehen aber immer noch Straftaten. Und südlich von Hamburg ist nun ein offenbar seit Jahrzehnten verborgener Erdbunker der Terror-Gruppe entdeckt worden – völlig zufällig.

So sollen Handwerker bei Baumschnittarbeiten in einem Waldgebiet nahe Helmstorf, einem Ort der Gemeinde Seevetal (Landkreis Harburg), am Donnerstag das Erddepot entdeckt haben.

Bei Hamburg: Möglicher RAF-Bunker von Waldarbeitern entdeckt

„In dem vergrabenen Kunststofffass wurden unter anderem Schriftstücke aus den achtziger Jahren und Behältnisse mit zunächst unbekannten Flüssigkeiten sichergestellt“, teilte eine Sprecher des LKA Niedersachsen mit. „Waffen wurden nicht aufgefunden.“ Die Dokumente sollen aber RAF-Bezüge aufweisen. „Sie lassen darauf schließen, dass das Depot vor Jahrzehnten angelegt worden sein muss.“

Sprengmeister und ein mobiles Laborteam der Kripo überprüften noch vor Ort den Inhalt des Depots auf gefährliche Stoffe. Nachdem die gefahrenfreie Bergung sichergestellt war, wurde das Fass ausgehoben und Teile daraus in das Kriminaltechnische Institut (KTI) für weitere Untersuchungen verbracht.

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„Auf Grund des Alters der aufgefundenen Gegenstände wird davon ausgegangen, dass sich aus diesen keine Hinweise auf den Aufenthalt der gesuchten Ex-RAF-Terroristen Ernst Volker Staub, Burkhard Garweg und Daniela Klette ergeben werden“, so die Sprecherin weiter. Staub und Garweg sind in Hamburg aufgewachsen.

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Burkhard Garweg, Ernst-Volker Staub und Daniela Klette gehörten zur dritten Generation der RAF.

Foto:

picture alliance / dpa

Dem Trio wird vorgeworfen, zwischen 1999 und 2016 mehrere Geldtransporter und Kassenbüros von Supermärkten in Norddeutschland mit Waffengewalt überfallen und beraubt zu haben, unter anderem in Elmshorn, Osnabrück und Celle. LKA und Staatsanwaltschaft gehen von mindestens zwölf Taten aus – an den Tatorten wurden DNA-Spuren gefunden.

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