Die Rodungen sind bereits in vollem Gange.
  • Die Rodungen sind bereits in vollem Gange.
  • Foto: Florian Quandt

Bäume müssen Aldi-Lager weichen: Gigantische Halle in Schutzgebiet bei Hamburg geplant

Der „Harvester“ leistet ganze Arbeit. Ein Baum nach dem anderen wird von dem schweren Gerät gefällt, die Äste abgesäbelt und dann zu großen Haufen gestapelt. Ein Sicherheitsdienst schirmt die Aktion ab, Wachleute versuchen zu verhindern, dass Fotos gemacht werden. Und das alles nur, damit Aldi in Stelle (Landkreis Harburg) ein gigantisches Lager errichten kann. Doch der BUND versucht jetzt per Gerichtsentscheidung, den Bau noch zu stoppen.

Wer von der A250 Richtung Winsen/Luhe abfährt, trifft nach wenigen Hundert Metern auf erste Protestplakate: „Kein Zentrallager in Stelle“. Kurz vor dem Ort liegt dann rechts das Landschaftsschutzgebiet Pennekuhle. Naturschützer beschreiben es als „verwunschenen Quellenwald“, durch den sich das Flüsschen Heidbeek schlängelt. Hier sind an vielen Bäumen Zettel befestigt. „Ich soll weg“ steht darauf.

Der BUND versucht per Gerichtsentscheid, den Bau zu stoppen

Neben den Fichten, die bereits gefällt wurden, will Aldi nämlich auch 530 Quadratmeter der Pennekuhle roden. Dort soll eine Zufahrtsstraße zum geplanten Aldi-Zentrallager entstehen. Kreis und Gemeinde haben dafür die Genehmigung erteilt, obwohl wertvolle Eichen von den Rodungen betroffen wären. Hier leben laut BUND stark gefährdete Fledermäuse.

Baumfällungen 2

Dem Lager soll auch ein mindestens 3000 Jahre alter Grabhügel zum Opfer fallen. Aktivisten haben Zettel an die Bäume gehängt.

Foto:

Florian Quandt

Der BUND hat deshalb das Verwaltungsgericht Lüneburg angerufen. Der Naturschutz-Verband will mit allen Mitteln darum kämpfen, dass das Naturparadies nicht angetastet wird.

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Wann eine Entscheidung gefällt wird, ist unklar. Gibt das Gericht dem BUND aber recht, gerät das ganze Projekt ins Wanken. Ohne Zufahrtsstraße zur nahen K86 ergibt der Bau der 23.000 Quadratmeter großen Lagerhalle keinen Sinn. Der parteilose Bürgermeister von Stelle, Robert Isernhagen, sagte dem NDR, dass das Biotop vorerst nicht angetastet werde. Man warte zunächst auf eine Entscheidung des Gerichts.

Wann das Verwaltungsgericht Lüneburg eine Entscheidung fällt, ist noch unklar

Dem Aldi-Lager soll auch ein mindestens 3000 Jahre alter bedeutender Grabhügel eines Königs oder Häuptlings aus der Bronzezeit zum Opfer fallen.

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