• Foto: imago images/Gottfried Czepluch

Zwischen Hamburg und Kopenhagen: Neuer EuroCity-Halt im Norden verkündet

Schleswig –

Während die Deutsche Bahn sich noch bedeckt hält, ist sich die Industrie- und Handelskammer (IHK) Flensburg bereits sicher: Die Eurocity-Züge zwischen Hamburg und Kopenhagen sollen künftig in Schleswig halten. Auch die Bundespolizei und der Tourismus hätten durch diesen Stopp Vorteile.

Das berichtete die SHZ. Zudem veröffentlichte Björn Ipsen, der Hauptgeschäftsstellenleiter der IHK, am Montagabend via Twitter und Facebook die Nachricht, die alle Schleswiger freuen dürfte: „Habe gute Nachrichten für den Norden aus der Hamburger DB-Zentrale mitgebracht: Schleswig wird Verkehrshalt für die umgeleiteten EuroCity-Züge HH-Kopenhagen“.

Auch der Referent für Verkehrsfragen der IHK, Jerome Stuck, berichtet gegenüber der SHZ von sehr erfreulichen Verhandlungen mit der Bahn: „Wir haben uns seit Monaten hinter den Kulissen für eine Lösung mit einem festen Halt im Norden Schleswig-Holsteins eingesetzt. Dass es jetzt Schleswig wird, ist ein Gewinn für die ganze Region – auch mit Blick darauf, das Potenzial für die Unesco-Welterbestätten Haithabu und Danewerk weiter auszuschöpfen“, so Stuck. Spätestens im Sommer, wenn nicht schon im Frühjahr, solle es dann soweit sein.

Neuer EC-Halt im Norden: Deutsche Bahn hält sich bedeckt

Bei der Bahn in Hamburg bemühe man in Sachen EC-Halt in Schleswig weiterhin den Konjunktiv, hieß es auf SHZ-Anfrage. Eine Sprecherin zu den Plänen: „Ja, daraus könnte etwas werden“. Auch die Bundespolizei habe sich aber für den Halt in Schleswig ausgesprochen.

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Aufgrund von Gleisarbeiten ist es dem EC Hamburg-Kopenhagen nämlich nicht möglich, die ursprüngliche Strecke über Vogelfluglinie zu nutzen. Stattdessen wird jetzt über Jütland und die Große-Belt-Brücke gefahren. Die Bundespolizei muss seither jedoch auf freiem Feld in die Züge einsteigen, um Einreisekontrollen durchzuführen. Ein Halt in Schleswig käme also auch den Beamten zu Gute.

Schleswig-Stop: Politiker sind unterschiedlicher Meinung

Auch für den Tourismus hätte der Halt eine Bedeutung, da das Weltkulturerbe direkt vor der Tür liege und durch den EC leichter zu erreichen wäre. Davon ist zumindest der Bürgermeister der Schleistadt Stephan Dose überzeugt.

Von einem „Riesenerfolg für die ganze Region“ spricht laut SHZ auch der Schleswiger CDU-Landtagsabgeordnete Johannes Callsen, der sich ebenfalls für einen festen Halt einsetzte.

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Einzig der Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) sieht die Lage kritisch. „Die Reisenden aus Rendsburg und Kiel haben nun im dafür völlig ungeeigneten Bahnhof in Schleswig rund 40 Minuten Umsteigezeit“, wird er in der Zeitung zitiert. Er fände es bedauerlich, dass die Bedürfnisse der Polizei vor die verkehrlichen Belangen des Eisenbahnverkehrs gestellt werden. (mp)

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