• Tarek Müller (32) ist Gründer, Gesellschafter und Co-Geschäftsführer von About You. Sein erstes Online-Unternehmen gründete er mit 13 Jahren.
  • Foto: AboutYou

Standpunkt: Hamburgs Start-up-Szene: Innovativ, erfolgreich und bodenständig

Gleich vorne weg: Ganz objektiv wird dieser Text über die Hamburger Start-up-Szene wohl nicht. Mein Herz schlägt für Hamburg – hier bin ich geboren und aufgewachsen, habe hier mit 13 mein erstes Unternehmen gegründet und in den Jahren darauf noch einige mehr. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Wer gründen will, ist in Hamburg gut aufgehoben.

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Zum Glück gibt es auch Studien, die meine subjektive Einschätzung stützen: Hamburg gehört – neben Berlin und München – zu den Start-up-Hotspots in Deutschland, drei von fünf Gründern bewerten die Hansestadt als gründerfreundlichen Standort. Die Gründe dafür reichen von der hohen Lebensqualität über weltoffene Arbeitsmarktpolitik und Kooperationsmöglichkeiten mit etablierten Unternehmen bis hin zu zahlreichen Finanzierungsmöglichkeiten.

Hamburg fördert Startups, gute Ideen und Köpfe

Politik, Verwaltung und Wirtschaft arbeiten hier eng zusammen und diverse Initiativen wie Hamburg Startups fördern gute Ideen und Köpfe. Nicht umsonst haben erfolgreiche Firmen wie Xing oder Mytaxi hier ihre Wurzeln. Was ich außerdem persönlich sehr schätze, ist die Mentalität der Unternehmer: Typisch norddeutsch und bodenständig.

Sie haben zum Teil Milliarden-Investments eingesammelt oder ihre Geschäftsmodelle erfolgreich verkauft, trotzdem scheuen die meisten in Hamburg das große Rampenlicht. Sie brauchen keinen Beifall für Ihre Ideen, sondern arbeiten alle nach dem Motto: Nicht viel schnacken, sondern machen.

Hamburg: Tarek Müller fordert mehr Diversität unter Gründern

Ein bisschen besser können wir trotzdem noch werden. Zum Beispiel beim Thema Diversität: Vier von fünf Hamburger Gründern sind männlich – im Rest der Bundesrepublik sieht es ähnlich aus. Ich würde mir wünschen, dass sich dies in den nächsten Jahren ändert und ich nicht nur mehr weibliche Gründer, sondern auch mehr weibliche Investoren treffe. Wer in Zukunft bestehen will, braucht auch ein diverses Team.

Dafür, dass das möglich ist, sind wir bei About You ein gutes Beispiel: Bei uns arbeiten mittlerweile mehr als 1.000 Menschen aus über 61 Ländern, mehr als die Hälfte unserer Führungskräfte ist weiblich.

Hamburger Gründer müssen sich mehr vernetzen

Worin wir auch besser werden müssen ist die lokale Vernetzung – also im echten Leben und nicht nur digital. Denn manchmal ist Schnacken auch hilfreich. Irgendwie klappt das in Berlin besser, selbst Hamburger Gründer treffe ich dort mehr als hier, da läuft doch was falsch. Vielleicht wäre ein Gründer-Dinner ein guter Anfang. Den Auftakt machen wir bei mir zu Hause, sobald die Situation es wieder zulässt.

Für die MOPO-Zukunfts-Ausgabe habe ich übrigens drei Gründer getroffen, um Ihnen die Vielfalt der Hamburger Start-up-Szene näher zu bringen. Ihre Geschichten lesen Sie hier. Sie sind innovativ und ihre Gründungsgeschichten werden Sie hoffentlich genauso inspirieren wie mich.

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