Besonders bei schönem Wetter ist der Elbwanderweg in Övelgönne voller Menschen – zum Leidwesen der Anwohner. (Symbolbild) 
  • Besonders bei schönem Wetter ist der Elbwanderweg in Övelgönne voller Menschen – zum Leidwesen der Anwohner. (Symbolbild) 
  • Foto: imago images/Westend61

Zoff am Elbstrand: Anwohner fordern Maskenpflicht – aus Angst vor Joggern

Altona –

Sobald die Sonne rauskommt, tummeln sich die Fußgänger dicht an dicht auf dem Elbwanderweg in Hamburg-Övelgönne. Mindestabstände könnten dort nicht eingehalten werden, klagen viele Anwohner gegenüber „NDR 90,3“ und fordern eine Maskenpflicht.

Der Övelgönner Elbwanderweg ist einen Kilometer lang und erfreut sich, besonders bei gutem Wetter, großer Beliebtheit unter Spaziergängern, Radfahrern und Joggern. Der Weg zählt zu den schönsten, aber auch zu den engsten Wegen Hamburgs und das sorgt in Zeiten von Social Distancing für Frust bei den Anwohnern.

Zoff am Elbstrand: Anwohner fordern Maskenpflicht

Die Spaziergänger sind in den Augen der Anwohnerin Nina Marg aber noch das geringste Problem. Spazierengehen sei okay, aber die schwer atmenden Jogger würden einem unweigerlich ins Gesicht pusten, erzählt Marg bei „NDR 90,3“ und fährt fort: „Es ist wirklich die Jogging-Autobahn Hamburgs. Da gebe es „unzählige Jogger, die sich gerne zu zweit nebeneinander im Zickzack-Slalom um die Fußgänger drängeln.“ Man könne sogar oft das After Shave riechen, so nahe kämen einem die Leute – sie fühlt sich hilflos und ausgeliefert: „Ich kann ja nirgendwo anders lang laufen, um nach Hause zu kommen.“

Anwohner fordert Lockdown für den Elbwanderweg

Auch Alexander K., der sich in einem Leserbrief an die MOPO wandte, ist gefrustet und macht seiner Wut Luft: „Nun schieben sich Sardinen gleich ganze Völkerwanderungen ohne Masken, dicht an dicht, durch den Hohlweg Övelgönne.“ Er fordert für den Weg einen Lockdown bis Ende Mai und eine Maskenpflicht, auch für die Anwohner. Wie Nina Marg hat er Angst vor einer Ansteckung: „Da bei einer vorsätzlichen Kontaminierung durch Maskenverweigerung im geringsten Fall ein Arbeitsplatz verloren gehen kann, sind hier höhere Strafen sinnvoll.“

Vielen Övelgönnern ist es schleierhaft, warum Hamburg an rund 50 Straßen eine Maskenpflicht verordnet, wie etwa auf dem breiten Ballindamm, aber nicht auf dem engen Elbwanderweg.

Bezirksamt Altona lehnt Maskenpflicht ab

Auf Nachfrage der MOPO beim Bezirksamt Altona heißt es: „Gemeinsam mit dem örtlichen Polizeikommissariat beobachten wir die Situation im öffentlichen Raum kontinuierlich. In Abstimmung mit der Polizei sieht das Bezirksamt aktuell keine Erforderlichkeit, eine Maskenpflicht auf dem Elbwanderweg in Övelgönne einzuführen.“

Die Anwohner haben mittlerweile selbst Initiative ergriffen und fünf Schilder mit der Bitte, Masken zu tragen, aufgehängt. Vier davon wurden zerstört.

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Die Schilder möchte das Bezirksamt vor Ort betrachten. „Befinden sich diese auf privatem Grund, wird das Bezirksamt hier nicht tätig werden. Befinden sich diese auf öffentlichem Grund, werden Maßnahmen geprüft werden.“ (mp/cnz)

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