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Zielvorgaben verfehlt: In diesen Stadtteilen warten Hamburger lange auf die Feuerwehr

Im Notfall zählt jede Sekunde, das weiß auch Hamburgs Feuerwehr. Aus diesem Grund haben sich die Retter bei kritischen Bränden ambitionierte Zielvorgaben gesetzt – in weniger als acht Minuten nach der Alarmierung sollen die ersten zehn Retter vor Ort sein. Das gelingt jedoch immer seltener.

Noch im Juli 2019 lag die sogenannte Erfüllungsquote für das gesamte Stadtgebiet bei 65 Prozent, seitdem ist sie kontinuierlich zurückgegangen. Im März dieses Jahres lag sie nur noch bei 59 Prozent, wie aus der Senatsantwort auf eine Kleine Anfrage von Dennis Gladiator (CDU) hervorgeht.

Hamburg: Senat begründet Verspätungen der Feuerwehr

„Der Senat muss die Feuerwehr endlich in die Lage versetzen, alle Menschen überall in der Stadt gleich gut schützen zu können“, fordert der CDU-Innenexperte. Seit Jahren verspreche Innensenator Andy Grote (SPD) Verbesserungen. Bislang folgten jedoch keine wirksamen Maßnahmen.

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Der Senat verweist in seiner Antwort wiederum darauf, dass lediglich 50 Prozent der Einsätze für die Kleine Anfrage ausgewertet werden konnten. Außerdem sei zu berücksichtigen, dass die Zielvorgaben bereits dann verfehlt würden, wenn die Retter nur eine Sekunde nach den acht Minuten oder mit einer Person weniger binnen der acht Minuten vor Ort eintreffen würden.

Hamburgs Feuerwehrwachen sind unterschiedlich pünktlich

Laut Senat spielten auch die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie eine Rolle. So seien Veranstaltungen und Einsätze im unmittelbaren Bereich der Innenstadtwachen – zum Beispiel auf der Reeperbahn – coronabedingt weggefallen. „Diese Einsätze haben jedoch in der Vergangenheit aufgrund ihrer kurzen Anfahrtszeit die Erfüllungsquote positiv beeinflusst“, heißt es in der Antwort.

Diese Tabelle zeigt die Erfüllungsquoten der einzelnen Hamburger Feuerwehrwachen.

Diese Tabelle zeigt die Erfüllungsquoten der einzelnen Hamburger Feuerwehrwachen. Die rechte Spalte zeigt die Quoten für die Acht-Minuten-Zielvorgabe an.

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Tatsächlich gibt es innerhalb Hamburgs gravierende Unterschiede bei den Erfüllungsquoten. Nach Angaben des Senats erreichten im vergangenen Jahr die Rettungskräfte an der Innenstadtwache (81,7 Prozent) und am Berliner Tor (83,9 Prozent) die Einsatzorte in vier von fünf Fälle in weniger als acht Minuten. Der krasse Gegensatz: Die Wache in Finkenwerder konnte nur in 11,1 Prozent der Einsätze die Zielvorgaben einhalten.

Hamburg: Rettungsdienst kommt auch immer später

Auch im öffentlichen Rettungsdienst gibt’s Verzug. Im dritten Quartal des vergangenen Jahres waren die Sanitäter der Berufsfeuerwehr noch in 57 Prozent der Fälle innerhalb von acht Minuten am Einsatzort – im zweiten Quartal dieses Jahres betrug die Erfüllungsquote nur noch 52 Prozent.

Diese Tabelle zeigt die Erfüllungsquoten vom öffentlichen Rettungsdienst in den einzelnen Hamburger Bezirken.

Diese Tabelle zeigt die Erfüllungsquoten des öffentlichen Rettungsdienstes in den einzelnen Hamburger Bezirken.

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Insgesamt kamen die Retter allein im zweiten Quartal dieses Jahres bei gut 22.000 Einsätzen später als geplant, in gut 5100 Fällen benötigten die Einsatzkräfte mehr als zwölf Minuten bis zum Einsatzort. (mps)

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