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Wirtschaftskrise und Coronavirus: Experte erwartet Zunahme von Zwangsversteigerungen

Im vergangenen Jahr hat es in Hamburg einen deutlichen Anstieg an Zwangsversteigerungen von Immobilien gegeben. Ein Experte warnt jetzt vor einem erneuten Anstieg durch Wirtschaftskrisen, vor allem in der Autobranche und durch das neuartige Coronavirus.

Wie aus einer Auswertung des Ratinger Fachverlags Argetra hervorgeht, wurden 2019 an den Amtsgerichten der Hansestadt 122 Termine gezählt, 22 mehr als im Vorjahr.
Insgesamt sind in Deutschland 2019 aber deutlich weniger Immobilien per Zwangsversteigerung unter den Hammer gekommen.

Zwangsversteigerungen in Deutschland sind zurückgegangen

An den Amtsgerichten wurden demnach insgesamt 17.614 Immobilien mit Verkehrswerten von 3,44 Milliarden Euro aufgerufen. Im Jahr zuvor waren es noch 21.600 Häuser, Wohnungen oder Grundstücke im Volumen von 3,85 Milliarden Euro.

Dabei handele es sich allerdings nur um die Hälfte der ursprünglich eröffneten Zwangsversteigerungsverfahren an den Amtsgerichten. In durchschnittlich jedem zweiten Fall komme es vor der drohenden Versteigerung im Gerichtssaal doch noch zu einem Verkauf durch den Immobilieneigentümer unter Mitwirkung der kreditgebenden Bank.

Experte: Coronavirus kann zu mehr Zwangsversteigerungen führen

Bereits seit gut zehn Jahren hat den Angaben zufolge die Zahl der Zwangsversteigerungen in Deutschland abgenommen. Der bisherige Höhepunkt wird im Jahr 2005 mit rund 92.500 Terminen gesehen. Damals gab es aber auch noch viele Folgetermine, weil eine Immobilie nicht im ersten Anlauf zum Mindestgebot wegging. Die Zahl der Folgetermine habe stark abgenommen. Die Nachfrage beschere kurze Verfahren.

Argetra-Geschäftsführer Axel Mohr erwartet vor dem Hintergrund der Stellenstreichungen insbesondere in der Autoindustrie einen Anstieg der Zwangsversteigerungen 2020/21. „Es fallen viele gutbezahlte Jobs weg“, sagte er. Das treffe auch Immobilieneigentümer, die einen Kredit abbezahlen müssten. Das Coronavirus sieht er als zusätzlichen Faktor, wenn Unternehmen durch fehlende Zulieferteile in größerem Ausmaß Kurzarbeit oder sogar Arbeitsplatzabbau angehen müssten. (dpa)

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