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Windkraft: 21 Prozent mehr Strom aus Offshore-Anlagen – aber da geht noch was

Die Offshore-Anlagen im Meer zahlen sich aus: Die Windkraftwerke in der Nordsee haben 2019 rund 21 Prozent mehr Strom geliefert als im Vorjahr. Die volle Kapazität ist aber noch nicht ausgeschöpft, weil nicht alle Windkraftwerke gleichzeitig auf vollen Touren laufen.

Insgesamt stieg die produzierte Menge auf 20,21 Terawattstunden, wie der Netzbetreiber Tennet in Bayreuth mitteilte. Dazu kommen noch 3,95 Terawattstunden aus der Ostsee, die nicht zum Versorgungsgebiet von Tennet gehört.

Insgesamt produzierten die deutschen Offshore-Windkraftwerke somit fast 24,2 Terawattstunden Strom, im Vergleich zu 19,1 Terawattstunden im Vorjahr. Damit könnte rechnerisch der Stromverbrauch von mehr als sieben Millionen Haushalten gedeckt werden. Zur gesamten Windstrom-Produktion in Deutschland von 122 Terawattstunden steuert Offshore somit 19,8 Prozent bei.

Mehr Strom aus Offshore-Anlagen in Nordsee: Kapazität noch nicht ausgeschöpft

Die Leistung der in der Nordsee installieren Windräder erhöhte sich von 5313 auf 6436 Megawatt. Diese theoretische Kapazität wird in der Praxis jedoch nicht ausgeschöpft, weil nicht alle Windkraftwerke gleichzeitig auf vollen Touren laufen. Der Maximalwert für die Einspeiseleistung lag am 5. Dezember bei 6077 Megawatt. Das entspricht der Leistung von sechs bis sieben großen Kohle- oder Kernkraftwerken.

Im Durchschnitt eines Jahres können Offshore-Windkraftwerke nach Angaben aus der Branche rund 60 Prozent ihrer Leistung ausschöpfen; der Rest geht durch Stillstände bei Wartung und Reparaturen, Abregelungen und Windflauten verloren.

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Technologischem Fortschritt: Noch mehr Ausbeute mit Windkraft-Anlagen erreichbar

Durch technologischen Fortschritt wie Wasserstoff-Erzeugung und Windenergie-Verteilkreuze könnte diese Ausbeute mittelfristig steigen. Unter den gegenwärtigen Bedingungen ersetzt die Offshore-Windenergie etwa vier konventionelle Großkraftwerke.

Die Kapazitäten von Tennet zum Abtransport des Nordsee-Stroms ans Festland liegen mit 7132 Megawatt deutlich höher als die Produktion. Die Zielmarke der Bundesregierung von 6500 Megawatt für 2020 ist damit übertroffen. „Mit den drei weiteren Offshore-Netzanschlüssen in der Umsetzung werden wir im Jahr 2025 in Deutschland rund 10.000 Megawatt in der Nordsee bereitstellen“, sagte Geschäftsführer Tim Meyerjürgens. (dpa/mew)

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