Hamburgs CDU-Landeschef Christoph Ploß will zusätzliche Rentenleistungen überprüfen.
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Weniger Geld für Rentner?: CDU-Chef Ploß stößt Debatte an – und wird „vermöbelt“

Wer zahlt die Kosten der Corona-Krise? Hamburgs CDU-Landeschef Christoph Ploß schlug am Sonntag in der Sendung „Berlin direkt“ vor, einige Rentenleistungen nochmal zu überprüfen. Im Internet gab es dafür sofort heftige Kritik von Hamburgs Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) und sogar Spitzen aus der eigenen Partei.

Die Corona-Krise ist eine große Belastung für die Staatskasse. Viele Steuereinnahmen brechen weg, Unternehmen gehen pleite und zusätzliche Kosten entstehen. Wer soll das alles zahlen? „Es gibt einige zusätzliche Rentenleistungen, die man sicherlich nochmal auf die Zielgenauigkeit überprüfen sollte – zum Beispiel die Grundrente, die Mütterrente, auch die Rente mit 63“, schlägt Ploß im ZDF vor.

Finanzsenator Dressel: Hamburger CDU entfernt sich von Realität

Das sorgte prompt für Gegenwind. „Wieder einmal irrlichtert der CDU-Landeschef mit undurchdachten & unsozialen Vorstößen umher. Die Hamburger CDU entfernt sich immer weiter von der Lebensrealität“, schreibt Finanzsenator Dressel auf Twitter.

Bundesarbeitsminister und SPD-Parteikollege Hubertus Heil meint: „Den Konservativen fällt immer dasselbe ein.“ Man könne der CDU nur wünschen, dass sie sich nach Merkel ab Herbst erst einmal in der Opposition selbst finde. „Solchen ‚Jungen‘ in der Union sollten man jedenfalls das Ruder in Deutschland nicht überlassen.“

Ploß erntet spitze Bemerkungen aus der eignen Partei

Sogar aus der eigenen Partei fallen spitze Bemerkungen. „Wenn jemand wissen will, warum die CDU Hamburg eine 11-Prozent-Partei ist, auf dem Weg in die Einstelligkeit“, kommentiert der ehemalige CDU-Generalsekretär Ruprecht Polenz.

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Später legt er nochmal nach. Wer solche Kommentare wie die von Ploß unwidersprochen lässt, verhalte sich parteischädigend.

Ploß: „Rentenkürzungen stehen nicht zur Debatte!“

Ploß rudert nach der Kritik an seinem Beitrag auf Twitter zurück: „Rentenkürzungen stehen nicht zur Debatte!“ Was einige politische Gegner gerade machen, werfe ein schlechtes Licht auf die Debattenkultur. Jeder in der CDU wolle einen starken Sozialstaat. „Dieser sollte zielgenau denjenigen helfen, die Unterstützung benötigen.“

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