Schüler bei der Vorbereitung aufs Abitur (Symbolbild).
  • Schüler bei der Vorbereitung aufs Abitur (Symbolbild).
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Wegen Corona: Mehr Hamburger Schüler ohne Schulabschluss

Schulschließungen und Lernrückstände: In Hamburg haben im vergangenen Jahr rund sieben Prozent der Schülerinnen und Schüler den Schulabschluss nicht gepackt. Das klingt nach wenig, aber es ist der höchste Wert seit sieben Jahren. Schuld ist die Corona-Pandemie, sagt Hamburgs Schulsenator Ties Rabe (SPD).

Die Schulbehörde habe das in Gesprächen mit Schulleitungen herausgehört. Zusätzliche 150 bis 200 Schülerinnen und Schüler sollen wegen der Schulschließungen in der Pandemie ihren Abschluss nicht geschafft haben.

Hamburg: Schulabschluss im zweiten Anlauf

„Wir geben uns nicht zufrieden mit dieser Entwicklung“, so Rabe. Die Schülerinnen und Schüler ohne Abschluss könnten in der Regel nach dem Abgang an einer allgemeinbildenden Schule an den Berufsschulen einen Abschluss machen. Rund die Hälfte würde es meist in diesem zweiten Anlauf schaffen, so Rabe.

Hamburg Schulsenator Ties Rabe (SPD) will sich mit den Entwicklungen nicht zufrieden geben.

Hamburg Schulsenator Ties Rabe (SPD) will sich mit den Entwicklungen nicht zufrieden geben.

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dpa

Mehr als die Hälfte der Schülerinnen und Schüler ohne Schulabschluss im Jahr 2019/20 hatte einen Förderbedarf. Im Abschlussjahrgang zuvor lag dieser Anteil bei rund 39 Prozent. Die Pandemie trifft Schüler und Schülerinnen mit sonderpädagogischem Förderbedarf offensichtlich besonders hart.

Schülerzahl in Hamburg hoch wie lange nicht

Die Schülerzahl an Hamburgs allgemeinbildenden Schulen ist erstmals seit mehr als vier Jahrzehnten auf mehr als 200.000 gestiegen. Nach Behördenangaben besuchen insgesamt 200.677 Jungen und Mädchen die 411 Grundschulen, Stadtteilschulen, Sonderschulen und Gymnasien. Besonders stark wuchs die Zahl der Grundschüler.

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Deutlich zurück ging dagegen der Anteil der Schüler an Privatschulen. „Waren es 2014 noch 10,7 Prozent, sind es aktuell nur noch 9,3 Prozent“, erklärte die Behörde. Grund sind unter anderem die Schließungen und geplanten Schließungen einiger katholischer Schulen. Ebenfalls rückläufig ist die Zahl der Berufsschüler. Aufgrund der geringeren Zahl an Ausbildungsplätzen in der Corona-Pandemie sank sie um drei Prozent.

Hamburgs Schulen: Wann kommen Lockerungen?

Da Hamburg als einziges Bundesland schon ab dem 1. März Schulferien hat, die aktuellen Corona-Regeln aber nur noch bis zum 14. Februar gelten, stellt sich die Frage: Wie geht es bis zu den Ferien weiter? „Wir müssen abwarten, wie die Ministerpräsidentenkonferenz am Mittwoch entscheiden wird“, so Rabe.

Er gehe davon aus, dass „wir im jetzigen Modus bis zu den Märzferien bleiben werden.“ Eine Woche vor den Ferien das gesamte Schulsystem nochmal umzukrempeln sei eher Anlass für Schwierigkeiten. Eine ernsthafte Öffnung der Schulen könne erst nach dem Märzferien ins Auge genommen werden.

Hamburger Senat: Klare Haltung zu Lockerungen

Beim Corona-Gipfel am Mittwoch will Hamburg klare Kante zeigen. „Die Inzidenz sinkt viel zu langsam, der R-Wert ist zu hoch“, sagte Senatssprecher Marcel Schweitzer am Dienstag. Das Risiko einer stärkeren Ausbreitung des Virus sei auch im Hinblick auf die Virus-Mutanten zu hoch.

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Lockerungen schließe der Senat kategorisch aus, dies könne sich aber durch die „Dynamik der Ministerpräsidentenkonferenz“ ändern. Der Senat vertrete eine klare Haltung, sei allerdings für ein bundesweit einheitliches Vorgehen.

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