Das 9-Euro-Ticket war im Sommer der Renner an den Fahrkartenautomaten. Kommt jetzt endlich eine Nachfolge? (Symbolbild)
Das 9-Euro-Ticket war im Sommer der Renner an den Fahrkartenautomaten. Kommt jetzt endlich eine Nachfolge? (Symbolbild)
  • Das 9-Euro-Ticket war im Sommer der Renner an den Fahrkartenautomaten. (Symbolbild)
  • Foto: IMAGO / Emmanuele Contini

Wegen 9-Euro-Ticket? Autoverkehr ging in Hamburg deutlich zurück

Hamburgs Straßen waren diesen Sommer vergleichsweise leer: In den Monaten Mai bis Juni wurden durchschnittlich 9,8 Prozent weniger Kraftfahrzeuge gezählt, als 2019 im gleichen Zeitraum. Das soll nicht nur an dem pandemiebedingten Arbeiten im Home-Office gelegen haben, sondern auch am 9-Euro-Ticket.  

In einer schriftlichen Kleinen Anfrage wollte die Linksfraktion der Hamburgischen Bürgerschaft vom Senat wissen, welche Auswirkungen das 9-Euro-Ticket auf den Hamburger Straßenverkehr hatte. Das Ergebnis: Die Fahrgastzahlen im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) sind im Gültigkeitszeitraum des 9-Euro Tickets um 3,4 Prozent gestiegen. Nach einer Auswertung des Hamburger Verkehrsverbundes (HVV) waren zwölf Prozent dieser erfassten Fahrten solche, die vom Auto auf den ÖPNV verlagert wurden. Insgesamt wurden 3,5 Millionen 9-Euro-Tickets verkauft. Dadurch war es auf Hamburgs Straßen insgesamt ruhiger: Im Vergleich zum Vor-Corona-Jahr 2019 sind an allen Dauerzählstellen, mit Ausnahme der Luruper Hauptstraße im August, weniger Kraftfahrzeuge erfasst worden.  

9-Euro-Ticket sorgt für weniger Autos auf den Straßen

„Das 9-Euro-Ticket war ein absoluter Erfolg”, sagt Heike Sudmann, verkehrspolitische Sprecherin der Linksfraktion in der Bürgerschaft. „Es hat den HVV für mehr Menschen attraktiv gemacht und die Autos von den Straßen geholt.“ Das sei nicht nur gut fürs Klima, sondern auch ein sozialpolitischer Erfolg. Die hohen Energiepreise und die steigende Inflation belaste viele Hamburger:innen aktuell bis an die Schmerzgrenze – und darüber hinaus.  

Die Linke fordert deshalb eine dauerhafte finanzielle Entlastung für Fahrgäste des HVV: Statt einer Preiserhöhung im Januar 2023 möchte sie den monatlichen Fahrpreis auf 29 Euro festlegen – 20 Euro weniger als bei dem geplanten 49-Euro-Ticket, das auf Bundesebene auf das 9-Euro-Ticket folgen soll. Statt nach 15 Fahrten würde sich ein Monatsticket für 29 Euro schon bei neun Fahrten rechnen – laut Linksfraktion könne der ÖPNV nur so im Preiswettbewerb mit dem Autoverkehr bestehen.  

Hamburger Linksfraktion fordert kostenlosen HVV ab 2025

Der Sozialrabatt auf HVV-Tickets solle außerdem auf 29 Euro erhöht und der Kreis der Berechtigten, die diese Ermäßigung beantragen können, erweitert werden. Davon würden Empfänger:innen von Arbeitslosengeld II, Grundsicherung, Opferrente, Wohngeld und einem Zuschlag zum Kindergeld profitieren. Auch Studierende, Freiwilligendienstleistende, Auszubildende und Geflüchtete sollen nach dem Antrag der Linken ein vergünstigtes Ticket erhalten. Das langfristige Ziel: Eine schrittweise Preissenkung bis zu einem kostenlosen ÖPNV ab 2025. Ähnliche Überlegungen gibt es auch in Bremen und in Berlin, wo das 29-Euro-Ticket bereits seit Oktober angeboten wird.  

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Der Start des geplanten 49-Euro-Tickets auf Bundesebene ist noch offen. Über den Antrag der Linksfraktion entscheidet die Bürgerschaft in der kommenden Woche. (ps)

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