Die Sonne scheint im Hamburger Stadtteil Eppendorf auf die Fassaden von Mehrfamilienhäusern.
  • Die Sonne scheint im Hamburger Stadtteil Eppendorf auf die Fassaden von Mehrfamilienhäusern.
  • Foto: picture alliance / Axel Heimken/dpa

Was dafür spricht, was dagegen: Ist endlich Schluss mit dem Mietenwahnsinn in Hamburg?

Der Immobilienboom der vergangenen Jahre hat seine Folgen. Experten erwarten im Jahr 2021 steigende Mieten gerade in Ballungsräumen wie Hamburg. Das Besondere: Vor allem im Umland wird es teurerSchuld ist die Corona-Pandemie.

„Die Corona-Krise verstärkt den Trend zur Wanderung ins Umland der Großstädte“, sagte Michael Voigtländer, Immobilienexperte am Institut der deutschen Wirtschaft (IW).

So könnten die Mieten in den Speckgürteln stärker steigen als in den Metropolen, wo schon viel Spielraum für Erhöhungen ausgereizt sei. Womöglich werde es eine stärkere Zweiteilung am Mietmarkt geben. Das Umland zieht noch mehr Familien an, die Platz brauchen und in den Städten dominieren kleinere Haushalte, Singles und junge Leute.“ 

Hamburger Wohnungsmarkt: Umland ist Gewinner der Pandemie 

Auch das Hamburger Gewos-Institut für Stadt-, Regional- und Wohnforschung erwartet mehr Wanderungen in die Regionen um die Großstädte. Das Umland ist der Gewinner der Pandemie“, sagte Geschäftsführerin Carolin Wandzik.

Auch sie halte es für wahrscheinlich, dass die Mieten im Umland 2021 stärker steigen als in den Großstädten selbst. 

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Im dritten Quartal 2020 seien die Mieten in den sieben größten Städten, darunter HamburgBerlin und München, um 4,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gestiegen. Im bundesweiten Schnitt waren es 3,4 Prozent.

Lediglich im Frühjahr, als sich die Pandemie hierzulande ausbreitete, habe es einen kleinen Dämpfer gegeben. Trotzdem: Die Mietanstiege flachen in der längerfristigen Betrachtung aber langsam ab“, sagt Gewos-Geschäftsführerin Carolin Wandzik. So sei der Anstieg der Mieten im Sommer 2019 gegenüber 2018 noch größer gewesen. 

Hamburg: Homeoffice beeinflusst Wohnsituation 

Vor allem das Homeoffice hat einen Einfluss auf die Wohnsituation. Laut IW-Experte Voigtländer könnten Menschen längere Arbeitswege in Kauf nehmen. Wenn ich seltener ins Büro muss, kann ich mir auch im Umland ein Zimmer mehr oder einen Garten leisten“, so Voigtländer. Höhere Kosten fürs Homeoffice wie für Strom können Arbeitnehmer zudem zumindest teilweise von der Steuer absetzen. 

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Kommt nun nach der Landflucht die neue Landlust? So weit möchte der Experte nicht gehen. Ich glaube nicht, dass das platte Land plötzlich wieder gefragt ist, denn dazu fehlt es dort an Kitas, Schulen und Angeboten zum Einkaufen und Ausgehen.“ 

Wohnen zur Miete: Corona verändert Präferenzen

Dass sich Wohnpräferenzen infolge der Pandemie aber geändert haben, darauf deutet eine Umfrage der Landesbausparkassen unter gut 1000 Menschen hin. 34 Prozent gaben dabei an, bei einem Umzug stärker auf Balkon oder Garten achten zu wollen und 23 Prozent hätten gerne mehr Zimmer. Ganze 40 Prozent der Mieter fänden ihre Wohnsituation nach den Corona-Erfahrungen nicht mehr optimal. 

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Insgesamt seien aber keine Einbrüche bei den Mieten und Preisen zu erwarten, glaubt IW-Experte Voigtländer. Der Wohnungsmarkt kommt bisher überraschend gut durch die Corona-Krise“.

Offenbar seien Immobilien nicht so überbewertet wie gedacht und die Wohnungsknappheit bleibe. Zudem haben viele Menschen eine höhere Zahlungsbereitschaft fürs Wohnen in Zeiten von Lockdowns, wenn Urlaube schwer planbar sind und Restaurants geschlossen.“ (dpa/lmr)

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