Intensivschwester an Krankenbett
  • Keine Corona-Ampel: Derzeit sind Hamburgs Krankenhäuser nicht überlastet
  • Foto: IMAGO / Reichwein

Warum Hamburg keine „Krankenhaus-Ampel“ einführen will

Grün-gelb-rot: Bayern hat Anfang September eine „Krankenhaus-Ampel“ eingeführt, die anzeigt, wie stark die Kliniken mit Corona-Patienten ausgelastet sind. Springt die Ampel von grün auf gelb, könnten etwa wieder Kontaktbeschränkungen verhängt werden. Hamburg lehnt ein solches System jedoch ab. Warum?

„Derzeit sehen wir insbesondere im Krankenhausbereich eine sehr stabile Lage“, erklärt Martin Helfrich, Sprecher der Gesundheitsbehörde, auf MOPO-Nachfrage: „Die Kliniken sind weit davon entfernt, aufgrund von Corona-Patienten an Kapazitätsgrenzen zu stoßen.“ Dabei steigen die Zahlen allmählich an: Am 14. September wurden in Hamburgs Krankenhäusern 144 Corona-Patienten behandelt, davon 57 auf Intensivstationen. In der Vorwoche waren es 130 Krankenhaus-Patienten, 52 davon Intensivpatienten.

Hamburg: Krankenhäuser nicht überlastet

Mit dem großen Flächenland Bayern sei ein Stadtstaat wie Hamburg aber kaum zu vergleichen, so der Sprecher. Bis zu einem Drittel aller Corona-Patienten in den Krankenhäusern wohnen gar nicht in Hamburg, sondern im Umland. Das Einzugsgebiet Hamburger Kliniken reicht vom Heide-Kreis bis an die Grenze zu Mecklenburg-Vorpommern.

Das Problem: Sollten sich die Krankenhäuser wieder füllen, viele Patienten aber aus der Metropolregion stammen, wäre es unsinnig, die Regeln für Hamburger zu verschärfen. Martin Helfrich: „Aus diesem Grund gibt es derzeit in Hamburg keine festgelegten Grenzwerte und daher auch keine ,Ampel’“.

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Das bedeutet aber nicht, dass der Senat die Auslastung der Krankenhäuser nicht laufend im Blick hätte: Die Belegung der Betten gilt als ein wichtiger Wert für die Beurteilung der Corona-Lage in der Stadt, sogar wichtiger als die 7-Tage-Inzidenz, die die Neuinfektionen zählt.

Ab welchen Belegungszahlen welche Maßnahmen greifen, steht derzeit noch nicht fest. Dann müsse die Situation neu bewertet werden, so der Behördensprecher.

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