• Nanowissenschaftler Prof. Dr. Roland Wiesendanger vermutet den Ursprung der Corona-Pandemie in einem Labor in Wuhan. 
  • Foto: Sebastian Engels

Völlig unseriös?: Corona als Laborpanne: Das sagt der Hamburger Uni-Professor

Rotherbaum –

Das Coronavirus ist aus einem Versuchslabor in Wuhan entwichen – zu diesem Schluss kommt eine heftigst kritisierte Studie des Professors Roland Wiesendanger von der Uni Hamburg. Zahlreiche Wissenschaftler und Experten werfen ihm massive Mängel bei der Vorgehensweise und der Quellenauswahl vor. Die Ergebnisse der Studie seien daher überhaupt nicht belastbar. Die MOPO konfrontierte Wiesendanger am Donnerstagabend mit den zu diesem Zeitpunkt erhobenen Vorwürfen. 

Vorwurf: Als Physiker kann Wiesendanger sich dazu gar nicht kompetent äußern.

Roland Wiesendanger: „Ich bin Wissenschaftler geworden, weil ich neugierig bin und den Dingen der Natur auf den Grund gehen möchte. Es gibt seit fast eineinhalb Jahren kein bedeutenderes Thema mehr, als den Ursprung dieser Pandemie zu klären.“

Vorwurf: Er war ja nicht einmal vor Ort in Wuhan.
Wiesendanger dazu: „Ich war zwar nicht vor Ort, aber das ist, als ob man die Geschichtswissenschaften in Frage stelle. Historische Persönlichkeiten und Orte kann man heute auch nicht mehr besuchen und trotzdem neue Erkenntnisse darüber gewinnen.“

Vorwurf: Die WHO hat es untersucht – mit anderem Ergebnis.
Wiesendanger: „Unsere Ergebnisse stehen nicht im Widerspruch zum Stand der WHO. Bisher gab es ja keine gemeinsame Reaktion der WHO, denn selbst dort sind sich die Forscher uneins über den Ursprung der Pandemie.“

Vorwurf: Die Forschung geht – anders als Wiesendanger – von einer Übertragung durch Fledermäusen aus.

Wiesendanger: „Die chinesische Regierung hat einen Ausbruch auf dem Fischmarkt von Wuhan von Anfang an als Kriterium zur Diagnose einer Covid-19-Erkrankung genutzt. Aber solange man das noch gar nicht weiß, kann man es doch auch nicht voraussetzen. Jetzt ist die Regierung aber schon selbst von dieser Annahme abgerückt.“

„Und Fledermäuse wurden gar nicht auf dem in Verdacht geratenen Fischmarkt im Zentrum der Stadt Wuhan angeboten, das ist in der Literatur entsprechend dokumentiert.“

Vorwurf: Das ist keine Studie, sondern eine bloße Kompilation zum Teil zweifelhafter Quellen.

Wiesendanger: „Ich habe rund 600 Dokumente und Hinweise untersucht, da kann man zu keinem anderen Schluss kommen, als dass das Virus aus dem Labor stammt. Das, was meine studentischen Hilfskräfte und ich geleistet haben, wäre eigentlich etwas, was ich vom RKI erwartet hätte.

Das frühzeitige Erkennen und Einordnen einer Pandemie wäre eigentlich die Aufgabe nationaler Behörden und Institutionen, zumindest in der Zukunft.“  (mp)

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