Die Infektionzahlen steigen auch in Hamburg rapide (Symbolbild), aber das Robert-Koch-Institut zählt anders als der Senat.
  • Die Infektionzahlen steigen auch in Hamburg rapide (Symbolbild), aber das Robert-Koch-Institut zählt anders als der Senat.
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Verwirrung um Inzidenzwert: Warum zählt das RKI anders als der Hamburger Senat?

Der Inzidenzwert spielt eine entscheidende Rolle  bei der Verschärfung von Corona-Maßnahmen: Von ihm hängt ab, ob eine Region zum Gefahrengebiet erklärt wird. Der Wert, den das Robert-Koch-Institut täglich für Hamburg angibt, liegt jedoch regelmäßig unter der Zahl, die die Sozialbehörde errechnet. Wie kann das sein?

Der Wert mit dem sperrigen Namen beschreibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. Hamburg hat den kritischen Inzidenzwert von 50 überschritten und ist damit offiziell ein „Gefahrengebiet“ – so gibt es der Hamburger Senat bekannt. Orientiert man sich jedoch an dem aktuellen Wert des Robert-Koch-Institutes, liegt Hamburg mit 42,9 Fällen noch unter der Hürde (Stand: 19. Oktober 0 Uhr).

Warum meldet das RKI einen niedrigeren Inzidenzwert als Hamburg?

Der für die Hamburger Behörden gültige Inzidenzwert wird täglich vom Institut für Hygiene und Umwelt ermittelt, auf Grund der bestätigten Infektionen, die die Gesundheitsämter dorthin melden.

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Ein Grund für die unterschiedlichen Zahlen: Das Hamburger Institut legt die Einwohnerzahlen aus dem Melderegister zugrunde. Diese Einwohnerzahl liegt bei 1.899.160 (Stand 31.12.2019). Das RKI hingegen hat Hamburgs Einwohnerzahl auf Basis des Zensus von 2011 hochgerechnet und landet bei 1.841.179 Menschen.

Hamburgs Corona-Zahlen: Das meldet das Robert-Koch-Institut

Eine weitere Erklärung beruht auf dem unterschiedlichen Übermittlungszeitpunkt: Das Hygieneinstitut meldet seine aktuellen Zahlen täglich um 9 Uhr, „damit nach Dienstschluss noch eingegebene Werte ebenfalls mit berücksichtigt werden können“, wie die Sozialbehörde erklärt.

Der tägliche Inzidenzwert des RKI stammt jedoch von Mitternacht, die Zahlen „hinken“ also neun Stunden hinterher.

Inzidenzwert: So rechnet Hamburg

Entscheidend ist aber die Berücksichtigung von nachgemeldeten Fällen. Hamburg berücksichtigt in seinem 7-Tage-Wert Nachmeldungen, streicht aber auch vermeintliche Infektionen, die sich im Nachhinein doch als falscher Alarm entpuppt haben.

Die Hamburger Zahlen sind demnach aktueller und präziser, weswegen der selbst erstellte Inzidenzwert für die Maßnahmen des Senats zugrunde gelegt wird und nicht der Wert des RKI.

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