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  • Am kommenden Wochenende starten die Hamburg Pride Weeks.
  • Foto: Zum goldenen Hirschen

Verspätetes Jubiläum: Hamburg Pride feiert den 40. Geburtstag nach

Der Hamburg Pride feiert seinen 40. Geburtstag nach: 1980 fand der erste Pride (später CSD genannt) in Hamburg statt. Deshalb gibt es, nachdem das im vergangenen Jahr nicht wirklich gefeiert werden konnte, in diesem Jahr ein umfangreiches Jubiläumsprogramm: „40+1“. Es wird von der Behörde für Wissenschaft, Forschung, Gleichstellung und Bezirke der Freien und Hansestadt Hamburg sowie vom Bezirk Hamburg-Mitte gefördert. Das Motto des CSD in diesem Jahr: „Keep on fighting. Together.“ .

Und obwohl der CSD erst am 7. August stattfindet, starten die Aktivitäten bereits am 24. Juli: Erstmals wird es nämlich zwei Wochen lang Diskussionsrunden, Lesungen und interaktive Aktionen rund um LGBTIQ+-Themen geben. Die Highlights (in chronologischer Reihenfolge):

Pride Night

Mit der Pride Night auf Kampnagel beginnen die Pride Weeks offiziell. Der Abend ist aufgrund der Corona-Einschränkungen eine Hybridveranstaltung und wird auf www.hamburg-pride.de live gestreamt. Moderiert von Markus Tirok, treten auf der Pride Night die Hamburger Band Schrottgrenze und Sängerin Karla Oz auf, außerdem gibt es eine Tanz-Performance. Der Abend soll vier Jahrzehnte Pride-Bewegung in Hamburg würdigen. Traditionell wird auf der Pride Night der Pride Award für ehrenamtliches Engagement in der und für die Hamburger Community verliehen. Erstmals verleiht Hamburg Pride e.V. in diesem Jahr auch einen Pride Award mit bundesweiter Ausrichtung, der künftig jährlich an Menschen verliehen wird, die einen bedeutenden Beitrag für die Sichtbarkeit, Akzeptanz und Gleichstellung queerer Menschen leisten.

24. Juli, 20 Uhr, Kampnagel, Jarrestraße 20, 22303 Hamburg 

Fotoausstellung zur Geschichte des CSD in Hamburg

Der Hamburger Fotograf Chris Lambertsen fotografiert die CSD-Demonstrationen in der Hansestadt seit ihrem Beginn 1980. Die Ausstellung im Levantehaus soll den Christopher Street Day als Teil der jüngeren Stadtgeschichte abbilden und dabei die Menschen in den Mittelpunkt stellen, die daran teilnehmen.

Der Demonstrationszug des ersten CSD in Hamburg
Der erste CSD-Demonstrationszug in Hamburg im Jahr 1980.

Den Besucher:innen der Ausstellung soll ein Gefühl für die Diversität unserer Stadtgesellschaft vermittelt werden und zeigen, dass sich die Großveranstaltung CSD aus einer Vielzahl unterschiedlichster Menschen zusammensetzt, deren jeweilige sexuelle Orientierung und/oder geschlechtliche Identität für sich steht, und die sich an einem Tag im Jahr den öffentlichen Raum im Herzen der Stadt nehmen, um bei aller Unterschiedlichkeit für das gemeinsame Ziel von Akzeptanz und Gleichstellung einzutreten. Anhand von Plakatmotiven der CSD-Kampagnen soll außerdem nachvollziehbar werden, welche politischen Inhalte und Forderungen im Fokus standen. 

2.-15. August, 10 – 20 Uhr, Levantehaus, Mönckebergstraße 7, 20095 Hamburg 

Hamburg Pride Menschenrechtskonferenz

Unter dem Titel „Challenges. Achievements. Future.“ findet die erste Hamburg Pride Menschenrechtskonferenz statt. Mit ihr sollen nicht nur Menschen aus den lokalen und nationalen LGBTIQ+-Communities erreicht werden, sondern alle Hamburger:innen, um sich mit Themen abseits des heterosexuellen Mainstreams auseinanderzusetzen. 

Am Donnerstag, den 5. August werden Hamburgs Partnerstädte Dar-es-Salaam, León, Marseille und Prag im Fokus stehen. Vertreter:innen der lokalen Pride-Bewegungen und queeren Menschenrechtsgruppen tauschen sich – coronabedingt online – über ihre jeweiligen Herausforderungen, Errungenschaften und Zukunftspläne der LGBTIQ+-Communities vor Ort aus. Interessierte können sich über die Webseite von Hamburg Pride zur Konferenz schalten. 

Am Freitag, den 6. August geht es um die Herausforderungen in Europa. Dieser Teil der Konferenz ist als Hybrid-Veranstaltung angelegt: Die Präsenzveranstaltung in der Hamburger Handelskammer wird live ins Netz gestreamt, um möglichst viele Menschen daran teilhaben zu lassen. Im Fokus steht die EU-Strategie zur Gleichstellung von LGBTIQ+, die Helena Dalli als erste EU-Kommissarin für Gleichstellung im November 2020 vorgestellt hat. Die Referent:innen widmen sich der Frage, ob die EU ein sicherer Ort für LGBTIQ+ ist und welche Strategien der EUKommission hier greifen. Auch die aktuelle Situation für queere Menschen in Polen und Ungarn steht im Zentrum dieses Tages. Den Abschluss bildet eine Podiumsdiskussion unter der Überschrift: „Stronger Together – Aufgaben für die internationale LSBTI-Community“. Den genauen Zeitplan und Informationen, wie man streamen bzw. sich online beteiligen kann, findet ihr hier

5. August, 11 Uhr – 15 Uhr, 6. August, 10 Uhr – 16 Uhr, Handelskammer, Adolphsplatz 1, 20457 Hamburg 

CSD-Fahrraddemo

Für Samstag, den 7. August, ruft Hamburg Pride e. V. schließlich zur Fahrraddemonstration unter dem Motto „Keep on fighting. Together.“ auf, an der sich hoffentlich wieder mehrere Tausend Menschen beteiligen. Hierzu erklärt Stefan Mielchen, Vorsitzender von Hamburg Pride e. V.: „Corona stellt uns das zweite Jahr in Folge vor große Herausforderungen. Eine Fahrraddemonstration mit begrenzter Teilnehmer:innenzahl ist gerade im Jahr der Bundestagswahl natürlich nicht das, was wir uns wünschen, aber nach den positiven Erfahrungen aus dem letzten Jahr ein sicherer und vertretbarer Kompromiss.“ 

Teilnehmer der CSD-Fahrraddemo 2020
War 2020 ein Erfolg und wird es hoffentlich auch 2021: Die CSD-Fahrraddemo

Nach den guten Erfahrungen im letzten Jahr scheint ein „rollender“ Demonstrationszug auf Fahrrädern weiterhin die beste Möglichkeit, die politischen Forderungen sichtbar in die Öffentlichkeit zu tragen. Dazu zählen z.B eine Ergänzung des Artikels 3 des Grundgesetzes um die Merkmale „sexuelle Orientierung und geschlechtliche Identität“ und ein Aktionsplan der Bundesregierung für mehr Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt. Eine Liste der Forderungen finden sich auf www.hamburg-pride.de

7. August, Start um 12 Uhr an der Binnenalster

Weitere Veranstaltungen und Aktionen: 

Hamburg zeigt Flagge, 23. Juli – 9. August 

Ein sichtbares Zeichen für Vielfalt, Akzeptanz und Weltoffenheit

Pride House vom 25.-29. Juli 

In den Räumen des Integrations- und Familienzentrums (IFZ) und des Jugendzentrums Schorsch in der Rostocker Straße 7 finden zahlreiche Diskussionen, Talks, Vorträge und Lesungen statt, die von unterschiedlichen Gruppen und Vereinen durchgeführt werden. Der Eintritt ist frei.

Keep on fighting: Wofür wir heute kämpfen am 27. Juli 

Pride Talk zum CSD-Motto „Keep on fighting. Together.“, unter anderem mit Wolfgang Krömer (er hat 1980 die erste Hamburger Stonewall-Demo angemeldet) und anderen Gästen, die über queeren Aktivismus gestern, heute und morgen diskutieren werden.  

19 Uhr, Heilige Dreieinigkeitskirche, St. Georgs Kirchhof 3 

Der Hamburg Pride Wahl-Talk am 2. August 

Diskussionsrunde mit den Bundestagsabgeordneten Doris Achelwilm (Die Linke), Dr. Jens Brandenburg (FDP) und Sven Lehmann (Bündnis 90/Die Grünen). Themen u.a.: Abschaffung des Transsexuellengesetzes, Grundgesetzerweiterung in Artikel 3, sowie ein bundesweiter Aktionsplan gegen Homo- und Transphobie. 

19 Uhr im Museum für Hamburgische Geschichte, Holstenwall 24 

Der Pride Talk zur neuen queeren Sichtbarkeit am 4. August 

Wir sprechen über das neue Selbstbewusstsein der queeren Community und möchten wissen: Wie kann es weitergehen? Mit dabei Brix Schaumburg (#actout), Gun Overesch (#teachout), Jens Ehebrecht-Zumsande (#liebegewinnt) und Ewald Lienen (Werte-Botschafter des FC St. Pauli). 

19 Uhr, Heilige Dreieinigkeits-Kirche, St. Georgs Kirchhof 3 

Sämtliche Termine rund um den CSD findet ihr hier.

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