• Das in Hamburg die Immobilienpreise ansteigen ist kein Geheimnis, aber auch im Umland zeichnet sich nun ein stärker werdender Anstieg der Immobilienpreise ab. (Symbolbild)
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Immobilien-Boom: Bald ist auch Hamburgs Umland unbezahlbar

Die Nachfrage nach Wohnraum wird seit Jahren befeuert von anhaltend niedrigen Bauzinsen und der lange Zeit guten Konjunktur. Eine Corona-Delle gibt es bislang nicht, auch weil Investoren verstärkt auf „Betongold“ setzen. Das treibt zunehmend die Preise auf dem Land in die Höhe.

Der Traum vom eigenen Häuschen wird von Jahr zu Jahr kostspieliger. Inzwischen schwappt der Preistrend von der Metropole Hamburg verstärkt auf den Speckgürtel über. Dabei wird der Radius zusehends größer, wie aus einer Marktanalyse der bundesweit operierenden Maklerfirma von Poll hervorgeht. Die Folge sind Preissprünge, die prozentual betrachtet um ein Vielfaches über denen für Wohnimmobilien in der Hansestadt liegen – auch wenn das Preisniveau dort absolut betrachtet immer noch am höchsten ist.

Immobilienpreise steigen auch im Hamburger Umland

Für Hamburg hat der Makler auf Basis von Daten des Marktforschungsinstituts „Empirica Regio“ für 2020 einen durchschnittlichen Kaufpreis bei Ein- und Zweifamilienhäusern von fast 600.000 Euro ausgemacht – ein sattes Plus von 7,8 Prozent gegenüber 2019 und sogar von fast 76 Prozent im Zehn-Jahres-Vergleich. Die durchschnittlich höchsten Preise werden außerhalb Hamburgs demnach in den Kreisen Stormarn (475.000 Euro), Pinneberg (429.000 Euro), Harburg (420.000 Euro) sowie Lüneburg (389.000 Euro) verlangt – mit Zuwächsen im Vergleich zu 2019 zwischen 8 und 11 Prozent.

von Poll
Nicht nur in Hamburg, sondern auch in Hamburgs Umland steigen die Immobilienpreise ebenfalls weiter an.

Getoppt werden diese Preissprünge aber von etlichen Regionen im Umland, die zum Teil sogar recht weit von Hamburg entfernt sind: Die größten Preiszuwächse binnen eines Jahres machen die Makler in Städten und Kreisen wie Rotenburg (Wümme) mit 17 Prozent (269.000 Euro), Lübeck (345.000 Euro – plus 16,9 Prozent), Ostholstein (360 000 Euro – plus 16,1 Prozent), Neumünster (259.950 – plus 15,5 Prozent) oder Nordwestmecklenburg (275.000 Euro – plus 15,1 Prozent) aus. Noch deutlicher fällt der Zehn-Jahres-Vergleich ins Auge: Demnach haben sich die Immobilienpreise zum Beispiel in Lübeck, Ostholstein und dem Kreis Lüneburg seit 2010 nahezu verdoppelt.

Geheimtipp: Hier sind die Immobilienpreise noch günstiger

Volker Dallmann, Geschäftsstellenleiter der von Poll Immobilien Shops in Stade, Buxtehude, Cuxhaven und Harburg, hat aber noch einen Geheimtipp: „Das Kehdinger Land am Unterlauf der Elbe, im Landkreis Stade gelegen, ist noch ein echter Geheimtipp mit attraktiven Preisen.“ Doch durch den Ausbau der Elbquerung A20 könnte sich das bald ändern, denn die neue Tunnelstrecke soll künftig Drochtersen im Landkreis Stade mit Glücksstadt im Landkreis Steinburg miteinander verbinden, so der Geschäftsführer. „Zudem befindet sich die Autobahn A26 derzeit in Bau, die über Stade an die A7 bei Hamburg anknüpft und somit auch die Pendelzeit in die Hansestadt maßgeblich verkürzen wird.“ Hier ist also schnell sein gefragt, denn eins ist sicher, die Immobilienpreise werden auch im Kehdinger Land in absehbarer Zeit steigen.

Corona-Krisenjahr 2020: Immobilienpreise stiegen trotzdem an

Der Befund für Norddeutschland deckt sich mit früheren Angaben des Statistischen Bundesamtes für ganz Deutschland. Demnach mussten Käufer von Wohnungen sowie Ein- und Zweifamilienhäusern im Corona-Krisenjahr 2020 im Schnitt 7,4 Prozent mehr zahlen als ein Jahr zuvor. Teurer wurde es demnach nicht nur in Großstädten, sondern überdurchschnittlich auch auf dem Land.

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Aus Maklersicht gibt es dafür verschiedene Gründe: „Ein Faktor ist auch, dass entsprechende Immobilien mit größerem Grundstück in städtischen Gegenden inzwischen um ein Vielfaches teurer sind“, sagt Daniel Ritter, geschäftsführender Gesellschafter bei von Poll, laut Mitteilung. „Daher schauen sich Kaufinteressenten seit längerem in der Peripherie von Hamburg um.“ Die Pandemie habe diese Entwicklung noch verstärkt, „wodurch die Immobilienpreise unmittelbar um Hamburg stark gestiegen sind.“ Hinzu komme, dass wegen des „Homeoffice-Effekts“ viele Kaufinteressenten kompromissbereiter seien, längere Arbeitswege in die Stadt auf sich zu nehmen. Dies wirke sich jetzt bei den Immobilienpreisen „im zweiten und dritten Ring rund um Hamburg“ aus. (mp/dpa)

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