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Verfassungsschutz veröffentlicht Zahlen: So groß ist die Salafisten-Szene in Hamburg

Erstmalig sinkt die Zahl der Salafisten in Hamburg. Der Rückgang der Zahl ist laut Verfassungsschutz auf die erfolgreiche Arbeit der Sicherheitsbehörden zurückzuführen. Die Szene sei aber immer noch sehr groß, Grund zur Entwarnung bestehe nicht.

Während der Verfassungsschutz im Jahr 2014 noch von 400 Salafisten in Hamburg registrierte, waren es 2017 mit fast 800 bereits doppelt so viele. Im vergangenen Jahr wurden 730 Salafisten in Hamburg verzeichnet, so Verfassungsschutz-Chef Torsten Voß gegenüber NDR 90,3. Die Gründe des Rückgangs seien vielfältig. Neben dem Verbot von Koranständen und der Verurteilung von Salafisten spiele auch die abnehmende Bedeutung der Terrororganisation Islamischer Staat eine entscheidende Rolle, so Voß.

Wer genau wird als Salafist identifiziert?

Islamwissenschaftler erkennen auch im Salafismus verschiedene Strömungen. Einige Anhänger beschränken sich auf die Ausübung der Religion, andere betätigen sich auch politisch. Dann gibt es noch diejenigen, die eine andere Auffassung des Islams vertreten und diese auch mit Waffengewalt durchsetzen. Salafisten geben sich dem  – für sich definierten – ursprünglichen und unverfälschten Islam hin. Sie leben ausschließlich nach der Bestimmung des Koran und der Hadithe (Übertragungen aus der Zeit des Propheten Mohammed).

Torsten Voß, Chef des Landesamtes für Verfassungsschutz Hamburg. (Archivbild)

Torsten Voß, Chef des Landesamtes für Verfassungsschutz Hamburg. (Archivbild)

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204 der 730 in Hamburg lebenden Salafisten sind Männer im Alter von 26 bis 35 oder älter, so die Zahlen des Verfassungsschutzes. Der Großteil der Salafistinnen ist geringer und zählt 69 Frauen. Diese verteilen sich auf dieselbe Altersgruppe. 62 Salafisten und 18 Salafistinnen sind zwischen 18 und 25 Jahre alt. Nur ein einziger Junge (unter 18 Jahre) ist als Salafist in Hamburg verzeichnet. (mdo)

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