„Stückgut“-Mitgründerin Insa Dehne freut sich über den Umbau ihrer Filiale und mehr Umweltbewusstsein. 
  • „Stückgut“-Mitgründerin Insa Dehne freut sich über den Umbau ihrer Filiale und mehr Umweltbewusstsein. 
  • Foto: Patrick Sun

Unverpackt einkaufen boomt!: Hamburgs Läden wachsen in Fläche und Angebot

St. Pauli –

Das zunächst als Hippie-Idee abgestempelte Unverpackt-Konzept feiert in Hamburg weitere Erfolge. Allen voran „Stückgut“ in der Rindermarkthalle, die vor kurzem ihre Ladenfläche fast verdoppelten! Auch in anderen Stadtteilen gibt es mittlerweile verpackungsfreie Läden. 

Um 10 Uhr rollt das Team von „Stückgut“ die Ladentür in der Rindermarkthalle hoch. Davon gibt es jetzt sogar zwei, denn vor kurzem lief der Mietvertrag des Nachbarn aus. Daraufhin kam der Vermieter auf das Team um Insa Dehne, Mitgründerin von „Stückgut“, zu, ob sie ihre Ladenfläche vergrößern wollen.

Stückgut Knabbereien Hüftfutter.

„Stückgut“ führt jetzt auch mehr Knabbereien, alias „Hüftfutter“, im Sortiment. 

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Sie wollten, denn schon seit dem letzten Weihnachtsgeschäft habe das Team gemerkt, dass der Platz nicht mehr ausreicht. 

Hamburg: „Stückgut“ vergrößerte Angebot und Ladenfläche

Anfang August machte „Stückgut“ für den Umbau in der Rindermarkthalle zu. Innerhalb von zwei Wochen riss das Team die Zwischenwand ein und erweiterte die Ladenfläche der Filiale so von 96 auf 157 Quadratmeter.

Jetzt gibt es eine klare Trennung von Lebensmitteln und Non-Food-Produkten. Hinzu kamen 60 neue Behälter zum Abfüllen, auch „Bins“ genannt, eine dritte Kasse, eine kleine Frischetheke und eine Sitzecke mit Literatur. 

Stückgut verpackungsfreies Shampoo und Conditioner.

Auch bei „Stückgut“ im Trend: verpackungsfreies, festes Shampoo und Conditioner. 

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„Unsere Idee von Anfang an war, nicht nur ein Laden zu sein, sondern auch das Thema zu vermitteln“, sagt Dehne. Sie freue sich, dass ihr Zuständigkeitsbereich, die Non-Food-Produkte, also Hygiene und Haushaltsartikel, nun mehr Platz und Aufmerksamkeit bekommt.

Hamburg: Umbau von „Stückgut“ zieht neue Kunden an

Als der Laden öffnet, strömen sofort die ersten Kunden hinein. Durch den Umbau und die bessere Sichtbarkeit haben auch viele neue Kunden den Laden bereits betreten.

Nun können Unverpackt-Einkäufer zwischen gut 950 Produkten wählen. Es gibt neues Shampoo und Haushaltsprodukte aus Edelstahl. Auch das Angebot an Müsli, Hülsenfrüchten, salzigen und mit Schokolade überzogenen Knabbereien wurde erweitert. Sogar Mie-Nudeln können im „Stückgut“ nun plastikfrei gekauft werden.

Stückgut Senf.

Senf und Soßen: „Stückgut“-Team legt großen Wert auf regionale Produkte.

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Schwierig sei der Umgang mit Flüssigkeiten und luftempfindlichen Lebensmitteln, aber auch für Öle gibt es nun eine Abfüllstation, sogar Chips sollen bald ausprobiert werden. Zum Sortiment hinzugekommene Produkte werden in einem Extra-Regal angeboten: Linsen aus Deutschland, Chiliflocken, Mandel- und Kokosmehl.

Hamburg: Kunden dürfen über „Stückgut“-Sortiment mitentscheiden

„Es gibt immer wieder Kundenwünsche, die wir umzusetzen versuchen“, sagt Dehne. Deshalb bleiben einige Abfüllcontainer auch weiterhin frei. Kunden des Unverpackt-Ladens können ihre Wünsche so an der Kasse oder per E-Mail hinterlegen.

Abfüllinsel von Stückgut.

Eine Abfüllinsel von „Stückgut“: Hier gibt es Kaffee, Walnüsse und Mandelmuß.

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Patrick Sun

Noch bis zum Ende der Woche läuft die Neueröffnung. Dazu steht ein Glücksrad an den Kassen, bei dem Kunden kleine Preise oder Rabatte gewinnen können. 

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„Stückgut“ gibt es schon seit Januar 2017. Es begann mit der ersten Filiale in Ottensen. Ein Umbau des Ladens im kommenden Jahr sei bereits im Gespräch. Für die Zukunft wünscht sich Dehne, dass in jedem Stadtteil mindestens ein Unverpackt-Laden existiert, so dass unverpacktes Einkaufen bald völlig normal ist. 

Unverpackt einkaufen in Hamburg: Weitere Adressen 

Barmbek: „Streubar“, Pestalozzistraße 26

Bramfeld: „Seppels“, Bramfelder Dorfplatz 4D

Eimsbüttel: „Monger Store & Deli“, Wrangelstraße 100 und „bio.lose“, Osterstraße 81

Eppendorf: „Loko“, Erikastraße 57

Ottensen: „Stückgut“, Am Felde 91

St. Pauli: „Twelve Monkeys“, Hopfenstraße 15b

Volksdorf: „Ohne Gedöns“, Kattjahren 1

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