• Vor Weihnachten könnten die Regale in diesem Jahr leerer bleiben als gewohnt.
  • Foto: Markus Scholz/dpa

Vor allem eine Branche betroffen: Weihnachten droht Geschenke-Engpass!

Es ist die Horror-Vorstellung vieler Eltern: enttäuschte Gesichter statt leuchtender Kinderaugen am Weihnachtsabend, weil das gewünschte Geschenk nicht unter dem Tannenbaum liegt. So ein Szenario ist in diesem Jahr nicht unwahrscheinlich, denn gerade zum Weihnachtsgeschäft gibt es massive Lieferengpässe – und eine wichtige Branche ist besonders stark betroffen.  

Sie hätten in diesem Jahr gern die „Playstation 5“ oder ein neues Smartphone zu Weihnachten? Ob die es tatsächlich unter den Baum schaffen, steht noch in den Sternen. „Zur Zeit gibt es besonders im Bereich der Elektronik große Lieferschwierigkeiten“, sagt Mareike Petersen vom Handelsverband Nord.

Vor Weihnachten: Lieferengpässe bei Elektronik und Autos

Laut MediaMarktSaturn könne „es – je nach Nachfrage – in den kommenden Monaten zu Engpässen bei der Verfügbarkeit von einzelnen Produkten in einigen wenigen Produktgruppen kommen“. Dazu könnten dann laut einer Firmensprecherin Smartphones, Tablets, Drucker, Geschirrspüler und Kühlgeräte gehören. „Was die Planungen für die Weihnachtszeit betrifft, denken wir in verschiedenen Szenarien und bereiten diese mit unseren internen Fachabteilungen, mit Herstellern und Partnern vor“, erklärt die Sprecherin.

Engpässe gibt es auch im Bereich der Automobilwirtschaft – vor allem, weil es an wichtigen Halbleitern und Mikrochips mangelt. „Für die Unternehmen und insbesondere für die Zulieferer bleibt die Lage schwierig“, sagt ein Sprecher des Verbands deutscher Automobilhersteller. „Nach aktuellen Einschätzungen wird der Mangel an Halbleitern bis weit ins nächste Jahr hinein andauern.“

Ursache: Probleme im internationalen Schiffsverkehr

Die Suche nach der Ursache führt auf die internationalen Seewege und in die Häfen. Dort läuft schon seit Monaten vieles nicht so, wie es laufen sollte. Laut dem Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) sinkt die Zahl der Importe in die EU seit Monaten: Im September zuletzt um 2,7 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Als Ursache nennt das Institut „massive Staus“ vor global bedeutenden Seefrachthäfen.

Ein mit Containern beladenes Schiff liegt im Hafen Hamburgs.
Probleme im internationalen Schiffsverkehr führen derzeit zu Lieferengpässen.

Die Havarie des Containerfrachters „Ever Given“ verursachte im März 2021 einen Stau von mehreren hundert Schiffen. „Das wieder aufzuholen, dauert Wochen und Monate“, sagt ein Vertreter der Hamburger Hafenwirtschaft. Im Sommer wurde der viertgrößte Containerhafen der Welt im chinesischen Yantian aufgrund eines Corona-Ausbruchs gesperrt. Es kam zu einer Kettenreaktion mit weiteren Staus in anderen Häfen.

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Stürme und andere Faktoren haben schon vor Corona zu einer Unpünktlichkeit von 40 Prozent der Schiffe geführt. Während der Pandemie sind die Fahrpläne laut dem Hafenvertreter dann so richtig aus den Fugen geraten.

Fällt die Bescherung in diesem Jahr ins Wasser?

All das und eine stetig steigende Nachfrage der Verbraucher führen dazu, dass die Container auf dem internationalen Markt knapp werden – und teuer. Während der Transport eines Containers von Asien nach Europa vor der Pandemie noch 1200 bis 1500 Dollar kostete, sind es jetzt 4000 bis 10.000 Dollar.

Laut Bengt van Beuningen vom Hamburger Hafen sind manche Händler mittlerweile zum Transport per Flugzeug oder Bahn umgestiegen. Doch das sei aufgrund der höheren Kosten für viele keine Alternative zum Schiffsverkehr.

Gibt es nun Anlass zur Sorge, dass die Bescherung in diesem Jahr ins Wasser fällt? Wer bestimmte Smartphone- oder Konsolenmodelle haben wolle, sollte früh mit dem Weihnachtseinkauf beginnen und bei verschiedenen Händlern schauen, sagt Mareike Petersen vom Handelsverband Nord.  

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Frühe Planung ist auch notwendig, wenn man eine neue Küche haben möchte: Laut einem Hamburger Fachhändler kann es aufgrund von Lieferengpässen bei Geschirrspülern und Kühlgeräten sechs Wochen bis zu vier Monate dauern, bis die gewünschte Küche fertig ist.

Doch Mareike Petersen möchte beruhigen: „Weihnachten werden nicht alle Regale leer sein“.

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