In Hamburg müssen Nutzer von E-Scootern jetzt immer mit einem Foto den abgestellten Roller dokumentieren.
  • In Hamburg müssen Nutzer von E-Scootern jetzt immer mit einem Foto den abgestellten Roller dokumentieren.
  • Foto: Patrick Sun

Unsinnig oder hilfreich? Das ist die Bilanz nach zwei Wochen E-Scooter-Patrouille

Circa zwei Wochen ist es her, seit die Stadt Hamburg dem E-Scooter-Chaos in der City den Kampf angesagt hat: Mit einer Fußpatrouille, neuen Regeln, Parkverbotszonen und der Ankündigung, bald Knöllchen zu schreiben. Was hat sich seitdem getan? Die MOPO hat sich mal umgesehen.

Egal ob auf dem Bürgersteig, quer über dem Radweg oder sogar mitten auf der Straße: Seit die E-Scooter im Sommer 2019 ihren Einzug in Hamburg gefeiert haben, rissen die Beschwerden nicht ab. Aufgrund der aktuellen Gesetzeslage dürfen die elektrischen Tretroller überall im öffentlichen Raum abgestellt werden – was zu gefährlichen Situationen im Straßenverkehr führen kann.

E-Scooter-Chaos in Hamburg: Das sind die neuen Regeln

Abhilfe schaffen soll die neu gegründete Fußpatrouille der fünf ansässigen E-Scooter-Anbieter. Die zehn Männer und Frauen sind laut Angaben des Unternehmens „Voi“ täglich in der Stadt unterwegs, um falsch abgestellte Roller umzustellen und auf die Nutzer zuzugehen. „Pro Tag machen die Ordner an 100 bis 150 Orten Umstellungen“, berichtet Sprecher Caspar Spinnen. Das klappe bisher ziemlich gut.

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Dem stimmt Sprecher Florian Anders von „Tier“ zu. „Wir können beobachten, dass diese Maßnahme dazu beiträgt, die Abstellsituation maßgeblich zu verbessern.“ Leider gebe es aber auch oft unschöne Kommentare von Passanten, die an die Mitarbeiter herangetragen würden. „Manch einer lässt da seinen Frust über die E-Scooter ab“, sagt er. „Das ist für uns allerdings nichts Neues, weil das Thema doch immer wieder sehr polarisiert.“

Hamburg: So ist die Lage derzeit auf der Schanze

Wie sieht’s denn inzwischen auf der Schanze aus? Die MOPO hat sich mal umgeschaut. Tatsächlich scheint es auf den ersten Blick so, als hätten die Maßnahmen erste kleine Erfolge. Nur selten, wie in der Amandastraße, stehen ein paar einzelne Scooter mitten auf dem Gehweg.

In der Amandastraße steht ein einzelner E-Scooter mitten auf dem Weg.
In der Amandastraße steht ein einzelner E-Scooter mitten auf dem Weg.

In der Lerchenstraße sieht es hingegen gut aus: Hier stehen die elektrischen Roller ordentlich geparkt an der Seite des Gehwegs an der Hauswand.

In der Lerchenstraße stehen nur ein paar E-Scooter an diesem Tag dort – alle ordentlich geparkt.
In der Lerchenstraße stehen nur ein paar E-Scooter an diesem Tag dort – alle ordentlich geparkt.

Etwas chaotisch wird es wieder an der Ecke Altonaer Straße/Schulterblatt: Kreuz und quer versperren gleich mehrere Scooter auf einmal den Fußgängern das Durchkommen auf dem Bürgersteig.

Hier sieht es wieder nach dem alltäglichen Chaos aus: Kreuz und quer abgestellte E-Scooter.
Hier sieht es wieder nach dem alltäglichen Chaos aus: Kreuz und quer abgestellte E-Scooter.

Nach den neuen Regeln müssen alle Nutzer bei Rückgabe des E-Scooters per Foto nachweisen, dass sie das Gefährt korrekt abgestellt haben – sonst laufen die Gebühren weiter. Zusätzlich haben die Anbieter unter hamburg.escooter@gmail.com eine zentrale Meldestelle eingerichtet, an die Fotos von Falschparkern geschickt werden können. Laut „Voi“-Sprecher Spinnen seien bisher um die 150 Mails eingetrudelt.

Eine Leserin beschwerte sich allerdings bei der MOPO: Der Anbieter habe ihr lediglich geantwortet, dass der Scooter entfernt worden sei. „So eine Meldung bringt doch nur was, wenn es für den Fahrer, beziehungsweise das Unternehmen auch ein Knöllchen gibt“, schreibt sie.


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Das soll tatsächlich bald Realität werden: „Anfang nächster Woche wird es voraussichtlich damit losgehen“, kündigt Dennis Krämer, Sprecher der Verkehrsbehörde an. „Das technische System dazu musste in der ansässigen Innenbehörde eingerichtet werden.“ Die Mitarbeiter vom Landesbetrieb Verkehr, die die Fußpatrouille unterstützen, dokumentierten jetzt schon die Verstöße – bald könnten die Fälle auch mit Bußgeldern belegt werden.

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