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Jens Kerstan
  • Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne) eröffnete den „Pop-up Circular Hub“ im Jupiter-Campus. In der Hand hält er eine neue Studie zur Kreislaufwirtschaft.
  • Foto: Patrick Sun

Umweltsenator eröffnet Pop-up-Ausstellung in der City – und das steckt dahinter

Wenn der Akkuschrauber nicht mehr schraubt oder der Mixer nicht mehr mixt, lassen sich kaputte Teile nur selten selbst austauschen. Ein neues Gerät muss her, das alte landet in der Tonne. Wie dieser Schrott in Zukunft vermieden werden kann und was Hamburg schon für die Kreislaufwirtschaft tut, erfahren die Hamburgerinnen und Hamburger jetzt im neuen „Pop-up Circular Hub“ in der Innenstadt. Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne) kam am Montag zur Eröffnung und verkündete, dass Hamburg sogar zur Modellstadt für ein neues Projekt wird.

Im dritten Stock des Kreativzentrums „Jupiter“ (ehemals Karstadt Sport) an der Mönckebergstraße dreht sich seit Montag für drei Wochen lang alles um die „Circular Economy”, besser bekannt als Kreislaufwirtschaft. Dass dieses Thema mehr umfasst als Mülltrennen und Leergut recyceln, zeigen dort eine Ausstellung, Vorträge und Workshops.

Kreislaufwirtschaft in Hamburg angekurbelt

„Die Studie ,Hamburgs Potentiale für zirkuläres Wirtschaften in einer Green Economy‘ hat festgestellt, dass wir in unserer Stadt bereits eine sehr aktive Szene rund um die zirkuläre Wirtschaft haben, es jedoch noch an Vernetzung und Unterstützung fehlt“, sagt Umweltsenator Jens Kerstan bei der Eröffnung. Hier soll ein Ort für Austausch und Kooperation entstehen.

Die Firma „Indeed“ stellt zum Beispiel einen „Zirkulären Akkuschrauber“ vor. Der wurde so gestaltet, dass alle Teile einfach austausch- und aufrüstbar sind. In wenigen Schritten und ohne spezielles Werkzeug, kann der Akkuschrauber zu Hause repariert werden, wenn ein Teil kaputt geht. So entsteht am Ende weniger Schrott.

Die Teile des zirkulären Akkuschraubers können ganz leicht ausgetauscht werden. Patrick Sun
Akkuschrauber
Die Teile des zirkulären Akkuschraubers können ganz leicht ausgetauscht werden.

Denn der entsorgte Akkuschrauber oder Mixer ist nur ein Teil des Müllproblems. 2,5 Kilo Elektroschrott pro Kopf produzieren die Hamburger jährlich laut der Verbraucherzentrale. Global betrachtet sind Städte die Hauptverursacher für Umweltverschmutzungen. Obwohl sie nur zwei Prozent der Landmasse des Planeten einnehmen produzieren sie 50 Prozent des globalen Abfalls.

Braucht Hamburg ein Kreislaufzentrum?

Die Studie vom „Wuppertal Institut und HiiCCE“ (Institute for Innovation, Climate Protection and Circular Economy) macht konkrete Vorschläge, was Hamburg konkret für die Kreislaufwirtschaft tun kann. Eine Idee: Ein dauerhaftes „Circular Center“, wo sich Bürger informieren und Akteure der Kreislaufwirtschaft vernetzen können. „Ein ganzes Center wäre natürlich ein Ziel“, sagt Kerstan zur MOPO. Aber vorher müsse man die Akteure zusammenbringen und auch die Wirtschaft stärker einbinden. Für neue Projekte ausreichend Geld und Personal zusammenzubekommen sei in der aktuellen Haushaltslage ebenfalls schwierig.

Ursula Laser und Dr. Claudia Mendes von der Universität Hamburg kümmern sich um den Jupiter-Campus. Patrick Sun
Uni Hamburg
Ursula Laser und Dr. Claudia Mendes von der Universität Hamburg kümmern sich um den Jupiter-Campus.

Ein erster Schritt ist aber getan: „Wir werden dem Thema in unserer Stadt mit einer gemeinsamen Kreislaufwirtschaftsstrategie für die Zukunft ein Konzept und eine Richtung geben“, so Kerstan. Hamburg ist vom Deutschen Institut für Urbanistik als Modellstadt im Projekt ‚Kreislaufwirtschaft – Chancen für Resilienz und Wertschöpfung‘ ausgewählt worden. Ziel dieses Projekt ist es, bis Anfang 2025 modellhaft eine Strategie für eine Kreislaufwirtschaft für ganz Hamburg und einen Aktionsplan für die Wirtschaftsförderung zu entwickeln.

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Die Ausstellung zur Kreislaufwirtschaft sowie die weiteren Angebote sind kostenlos. Geöffnet ist von Sonntag bis Mittwoch (10 bis 21 Uhr) und Donnerstag bis Samstag (10 bis 24 Uhr). Das Projekt findet im Rahmen des Jupiter-Campus der Universität Hamburg statt und wurde von der Umweltbehörde, gemeinsam mit dem HiiCCE, der Fab City Hamburg e. V. und dem New Production Institute der Helmut-Schmidt-Universität geschaffen.

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