Am Donnerstag startet in Hamburg wieder die Schule - erstmal noch mit Maske (Symbolbild).
  • Am Donnerstag startet in Hamburg wieder die Schule - erstmal noch mit Maske (Symbolbild).
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Umfrage zur Maskenpflicht an Schulen: Das sagen Hamburger Schüler und Eltern

Nun kommt sie also doch, die Maskenpflicht für Hamburgs Schüler und Lehrer. Angesichts steigender Infektionszahlen hat sich Schulsenator Thies Rabe noch kurz vor dem Schulstart am Donnerstag für das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in den Pausen ausgesprochen. Im Unterricht soll die Maske aber nicht verpflichtend sein. Die MOPO fragte Schüler und Eltern, was sie von dieser kurzfristigen Entscheidung halten.

 „Irgendwas muss man ja machen, insofern verstehe ich das schon, aber ich glaube nicht, dass es großartig helfen wird“, findet Marie Werner (18). Die Schülerin aus Tonndorf hätte eigentlich lieber weiterhin online gelernt, stattdessen muss sie sich jetzt mit vielen Urlaubs-Rückkehrern den Klassenraum teilen.

„Ich kann mir gut vorstellen, dass da direkt wieder Fälle auftreten werden – ich hab auch viele Freunde, die nach Griechenland oder Italien geflogen sind in den Ferien, es ist unvermeidlich, dass da was passiert“, glaubt Werner.

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Marie Werner (18) aus Tonndorf. 

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Die meisten Bedenken kommen von den Eltern, nicht von den Kindern

Und auch die Eltern-Seite ist gespaltener Meinung über die Maskenpflicht an Hamburger Schulen. „Die Kinder sind da das kleinste Problem, das sind eher die Eltern, die sich Gedanken machen“, denkt Bettina Scheier (47) aus Trittau bei Hamburg.

Es sei reine Gewöhnungssache, findet sie. Warum nur die Schüler der weiterführenden Schule eine Maske tragen müssen, das kann sie nicht nachvollziehen. „Das ist zweierlei Maß, ein Virus macht doch keinen Unterschied ob du nun sechs oder zwölf Jahre alt bist.“

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Anika Reipricht (36) findet die Maskenpflicht hingegen eher überflüssig: „Die Kinder treffen sich ja auch in der Freizeit, da ist mir das dann auch egal, ob sie im Unterricht Maske tragen oder nicht, denn nachmittags verbringen sie sowieso die Zeit zusammen.“ Auch ihre beiden Söhne Till (10) und Finn (13) denken, dass die Masken nichts bringen werden. „Wir halten doch so schon genug Abstand und mit einer Maske könnte ich mich im Unterricht nicht konzentrieren“, sagt Finn. 

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Finn (13), Anika (36) und Till Reipricht aus Cuxhaven. 

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Masken sollen in Hamburg nur in den Pausen Pflicht sein 

Ähnlich sieht es auch Nina Geisler (46) aus Eimsbüttel, auf der Schule ihres Sohnes Ben (12) sollen die Masken nun auch während der Pausen getragen werden. „Wenn man aber sowieso auf dem Schulhof die Klassen trennt, wie bei uns, dann finde ich es auch nicht unbedingt nötig, eine Maske zu tragen“, meint sie.

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Nina (46) und Ben (12) Geisler aus Eimsbüttel. 

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Die meisten Kinder, die wir bei unserer Umfrage treffen, haben sich mit der Vorstellung angefreundet, zukünftig in der Pause einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Im Unterricht kann es sich hingegen kaum jemand vorstellen. Manche Eltern fordern trotzdem noch weitreichendere Maßnahmen.

Video: Schulstart mit Maskenpflicht beschlossen

Schulstart am Donnerstag: Keiner weiß, wie es funktionieren soll

„Ich finde, dass überall eine Maske getragen werden müsste, also auch im Unterricht. Die können da doch die Abstände gar nicht richtig einhalten, wenn sie nebeneinander sitzen. Und gerade jetzt nach den Ferien kommen viele aus dem Urlaub zurück – also wenigstens zwei bis drei Wochen sollte man aufpassen und dann vielleicht lockern, aber erstmal Maskenpflicht“, sagt Katrin Gerdau (48) aus Tangstedt. Ihr 17-jähriger Sohn Melvin ist davon wenig begeistert: „Das beeinflusst dann auch die Leistung im Unterricht“.

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Oliver (51), Melvin (17) und Katrin (48) Gerdau aus Tangstedt. 

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Auch wenn die Meinungen über die Maskenpflicht noch auseinander gehen, gibt es doch auch eine Gemeinsamkeit unter den Befragten. Kaum einer wurde informiert, wie es mit den Hygiene- und Abstandsregeln genau aussehen soll in der Schule – und das, obwohl es schon am Donnerstag wieder losgeht.

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