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Über den Aufstieg zum Kilimandscharo: Hamburger Abenteuer-Duo dreht spektakulären Film

Hamburg –

Der Kilimandscharo ist einer der wohl beeindruckendsten Berge unseres Planeten. Die Hamburger Achill Moser und sein Sohn Aaron haben in einem Film festgehalten, warum es wohl nichts Wichtigeres gibt, als gemeinsam Erinnerungen zu schaffen und warum gerade der Kilimandscharo dafür geeignet ist.

Nur zögerlich nähert sich der Hamburger Abenteurer Achill Moser dem Kilimandscharo. Das afrikanische Bergmassiv trägt für ihn eine Familiengeschichte mit sich, die er nun mit seinem Sohn erkundet – und in Wort und Film festhält.

Es ist sein erster Kinofilm, aber schon sein 31. Buch: Achill Moser, Hamburger Reisejournalist und Abenteurer, hat nach 28 Wüstenwanderungen ein bestimmter Berg gerufen. Der Aufbruch zum Kilimandscharo, der mit fast 6000 Metern höchste Berg Afrikas, hat für den 65-Jährigen eine ganz eigene Geschichte. Und die greifen sein jüngstes Reisebuch und der parallel entstandene Dokumentarfilm auf, für den sein 28 Jahre alter Sohn Aaron mitverantwortlich ist. Für die Kino-Premiere (9.1.) hat sich das Hamburger Duo seine Heimatstadt ausgesucht. Anschließend wird der Film unter anderem in Berlin, Kiel, Lübeck, Rostock, Nürnberg und München sowie Innsbruck (Österreich) gezeigt.

Hamburger Abenteuerer erkunden Kilimandscharo

Doch was macht Mosers Reisebericht zum schneebedeckten Kilimandscharo, heutzutage ein touristischer Hotspot, so besonders? Es ist auch die Familiengeschichte, die dahintersteckt. Und die kommt durch eine alte Kassette ans Licht. Achill hat den Tonträger von seinem Vater Harry kurz vor dessen Tod bekommen – mit dessen Reiseerzählung zu genau jenem Berg.

„Ich habe mit 25 Jahren viele Monate bei den Massai gelebt. Für sie ist es ein heiliger Berg. Deswegen wollte ich nie da hoch. Das habe ich immer respektiert“, sagt Achill der Deutschen Presse-Agentur in Hamburg. Doch aus Zuneigung zu Harry will der Sohn den Lebenstraum des Vaters erfüllen: einmal zum „Kibo“, wie der Berg auf Suaheli genannt wird.

Kreuzbandriss ändert Pläne

Schließlich hatten sich beide durch die frühe Trennung der Eltern erst kennengelernt, als Achill schon 28 Jahre alt war. Harry habe im Radio zufällig einen Reisebericht von ihm gehört und angerufen, erinnert sich der Sohn. Die Annäherung fördert gemeinsame Interessen zutage, der Vater ist ein Hobby-Bergsteiger. Doch die gemeinsamen Reisepläne 1988 zum „Kibo“ werden jäh in Frage gestellt, als sich Achill einen Kreuzbandriss zuzieht. „Mein Vater ist dann von mir bestärkt losgezogen und hat sich einer kleinen Gruppe angeschlossen. Das war ein ganz großes Geschenk in seinem Leben.“

Über Jahre kann Achill die hinterlassene Kassette nicht anhören, „aus Rührung“, wie er sagt. Erst sein eigener Sohn Aaron, der lange nichts von dem Tonband wusste, bestärkt ihn darin. Und in Achill reift eine Idee: Gemeinsam mit seinem Sohn macht er sich schließlich im Sommer 2018 auf die Reise nach Tansania. „10 Jahre nach dem Tod meines Opas sind wir aufgebrochen, und ich war unglaublich aufgeregt, als wir nach Afrika starteten“, schreibt Aaron auf seiner Website. Zweieinhalb Monate ist das Duo unterwegs, begleitet von einer Crew aus Bergführern und Helfern, ein Expeditionsmaler und ein Regisseur sind auch dabei. „Ein Drehbuch hatten wir aber nicht“, berichtet Achill.

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Gemeinsam erklimmen sie das fast 5.900 Meter hohen Gebirge. 

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Für die Bergtour „in Etappen“ nehmen sie sich 13 Tage Zeit und besteigen das Massiv von der kenianischen Seite her, wie Achill schildert. Auf 4000 Meter passiert ein Unfall: Achill verstaucht sich den Knöchel und zerrt sich die Wade. „Jetzt willst Du zum zweiten Mal rauf und wieder klappt es nicht“. Das sei ihm damals durch den Kopf gegangen, erzählt der 65-Jährige.

Aber mit Medikamenten und Verbänden, Ausruhen und viel Zuspruch schafft auch der Vater es hinauf. „Nur noch in Zeitlupe“, aufgrund des höhenbedingten Sauerstoffmangels, seien sie zuletzt vorangekommen. „Mein Sohn hat zwei Tage lang meinen Rucksack getragen, wie ich früher seinen“, sagt Achill. Am Ziel sind sie von ihren Gefühlen überwältigt, Wort fehlen, wie Achill im Bericht darlegt. Die Reise, nicht die erste gemeinsame, habe sie einander noch näher gebracht – und wieder den Großvater. Auch die Kassette, längst digitalisiert, war mit im Gepäck und das Erzählte eine „Gipfellektüre“.

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Zweieinhalb Monate waren sie im afrikanischen Gebirge unterwegs.

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Dass es nicht einfach gewesen sei, Job und Aufstieg hinzubekommen, gibt Kameramann Aaron unumwunden zu. „Denn es gab Tage voller Anstrengung und Schwäche, an denen ich meinen inneren Schweinehund überwinden musste. Was mir half, war die Begeisterung und die Lust, um mit der Kamera tolle Bilder einzufangen“, schreibt er online. Was beiden nun bleibt, sind „Bilder für die Ewigkeit“ (Achill) und die Erkenntnis: „Vielleicht gibt es nichts Wichtigeres als das gemeinsame Erleben“ (Aaron). (mdo)

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