Shoppingcenter Hafen-City
Shoppingcenter Hafen-City
  • Auch nach der Überarbeitung des Bebauungsplans für das südliche Überseequartier bleibt die Kritik an Projekt bestehen.
  • Foto: Unibail-Rodamco-Westfield/moka-studio

Trotz Überarbeitung: Neuer Streit um XXL-Shoppingcenter in der HafenCity

Um das geplante XXL-Shoppingcenter in der Hamburger HafenCity gibt es erneut Streit. Nachdem Anwohnerinnen und Anwohner gegen das Milliardenprojekt geklagt hatten, legte die Stadt Hamburg nun einen überarbeiteten Bebauungsplan für das südliche Überseequartier vor. Doch auch dieser sorgt für viel Kritik.

Es geht um das wohl größte Bauvorhaben Norddeutschlands. Das Projekt des Unternehmens Unibail-Rodamco-Westfield umfasst insgesamt 14 Gebäude, die für rund eine Milliarde Euro im südlichen Überseequartier der HafenCity entstehen sollen. Das sorgt bei Anwohnerinnen und Anwohnern für eine Menge Kritik. Vor allem das XXL-Shoppingcenter auf einer Fläche von über 80.000 Quadratmetern und mit 200 Geschäften stößt auf Gegenwehr.

XXL-Shoppingcenter in der HafenCity: Überarbeiteter Plan sorgt für Kritik

Fünf Anwohnerinnen und Anwohner hatten daher vor dem Oberverwaltungsgericht eine Normenkontrollklage gegen den Bebauungsplan von 2018 angestrebt. Ein Baustopp wurde daraufhin zwar nicht verhängt, weswegen seit 2019 gebaut wird und die Arbeiten teilweise schon im dritten Stock angekommen sind. Das Gericht sah allerdings Lücken im Plan und forderte die Stadt zu ergänzenden Gutachten und Nachbesserungen auf.

Seit Mitte November liegt der neue Bebauungsplan der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen nun vor. Es wurden unter anderem Änderungen beim Lärmschutz vorgenommen, beispielsweise sollen einige Fassaden gedreht werden und die Zufahrtsstraßen des Centers Flüsterasphalt erhalten. Auch wurden neue Klima- und Umweltschutz-Gutachten berücksichtigt. Laut Behörde sind bei den Änderungen alle „zutreffenden Belange und Anforderungen berücksichtigt worden.“

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Die Initiative „Lebenswerte HafenCity“ sieht jedoch kaum einen Fortschritt zum vorherigen Bebauungsplan. So kritisiert die Initiative, dass die neue Vorlage „fast unverändert dem Planstand aus 2016“ entspricht. Zwar wurden einige Fachgutachten erstmalig erstellt oder überarbeitet, die Kritikpunkte des Lärm- und Klimaschutzes blieben jedoch ungelöst. Auch die Gigantomanie des neuen Shoppingcenters stößt bei der Initiative auf Unverständnis und gefährde „die klassische Innenstadt und den bestehenden Einzelhandel der direkten Nachbarschaft.“ Das südliche Überseequartier, das im Herbst 2023 fertiggestellt werden soll, bleibt somit umstritten. (alu)

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