Menschenleere Reeperbahn
Menschenleere Reeperbahn
  • Die Transfrau wurde auf der Reeperbahn attackiert (Symboldbild)
  • Foto: picture alliance/dpa/Daniel Bockwoldt

Transfrau auf Reeperbahn bewusstlos geschlagen: Solidaritäts-Aktion vor Gericht

Es war eine brutale Attacke auf der Reeperbahn: Im Sommer 2021 schlägt dort ein junger Mann eine Transfrau nieder. Diese geht zu Boden, verliert kurzzeitig das Bewusstsein und erleidet einen Schädelbruch. Jetzt steht der mutmaßliche Täter vor Gericht.

Samia Stöcker leidet noch immer unter dem brutalen Angriff, dem sie im Sommer vor zwei Jahren ausgesetzt war. Die Transfrau war am 17. Juli 2021 um kurz nach 2 Uhr auf der Reeperbahn unterwegs, als sie vor einem Fast-Food-Restaurant von einem jungem Mann angegriffen wurde.

Transfrau auf Kiez bewusstlos geschlagen: Anklage gegen 22-Jährigen

Laut Anklage soll der heute 22-Jährige ihr nach einer verbalen Auseinandersetzung mit der Faust so heftig ins Gesicht geschlagen haben, dass die 35-Jährige zu Boden ging. Die Transfrau verlor das Bewusstsein, erlitt innere Blutungen und eine Schädelfraktur. Sie wurde unter notärztlicher Begleitung in ein Krankenhaus gebracht. Der Täter konnte zunächst entkommen.

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Noch aus dem Krankenhaus Altona meldete sich Stöcker über die sozialen Netzwerke. Sichtlich mitgenommen berichtete sie über den Vorfall. „Ich werde selbstverständlich Anzeige erstatten, weil ich finde, dass so etwas nicht passieren darf, dass Homosexuelle oder auch Transpersonen wie ich auf offener Straße geschlagen werden.“

Am Dienstag soll dem mutmaßlichen Schläger der Prozess gemacht werden. Stöcker leidet bis heute an einer posttraumatischen Belastungsstörung. Unterstützung bekommt die im Prozess als Nebenklägerin auftretende Frau unter anderem von Enbygalatic Transtastic, dem Hamburger Bündnis für trans* und nicht-binäre Menschen. Die Organisation startete in den sozialen Netzwerken einen Aufruf und bat darum, vor Gericht zu erscheinen und so ihre Solidarität mit der Transfrau auszudrücken.


Das Gericht hat bis zum 31. Januar drei Verhandlungstage angesetzt. (jek)

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