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Tourismus-Desaster: Wegen Corona: Die Hotels im Norden bleiben leer

Haben Sie schon von Langballig oder Stapeln gehört? Die kleinen Orte liegen in der Gemeinde Schleswig-Flensburg. Es gibt noch eine weitere Gemeinsamkeit: Sie gehörten im September trotz Corona zu den wenigen Tourismus-Gewinnern im Norden. Das zeigt eine Auswertung des Statistikamts Nord für Hamburg und Schleswig-Holstein. Insgesamt ist die Lage der Tourismusbranche allerdings weiterhin schlecht.

Für die Hamburger Tourismusbetriebe sind die Folgen der Corona-Pandemie deutlich zu spüren. Wenn Musicals, Konzerte oder große Fußballspiele ausfallen, bleiben auch die Menschen weg. 385.790 Gäste zog es im September in die Hansestadt, ein Minus von 42 Prozent zum September 2019. Die Zahl der Übernachtungen sank um 37,9 Prozent auf 844.507.

Tourismus in Hamburg: Starker Rückgang durch Corona

Der Statistik für das gesamte Jahr 2020 ab Januar verleihen diese Zahlen keinen Auftrieb: In den ersten drei Quartalen kamen 2,76 Millionen Menschen nach Hamburg – 51,6 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Auch die Anzahl der Übernachtungen ist deutlich eingebrochen: Um 49,3 Prozent, auf 5,88 Millionen. Nur 39,5 Prozent aller in Hamburg verfügbaren Übernachtungskapazitäten wurden demnach im September genutzt.

Urlaub in Schleswig-Holstein: Große Verlierer – große Gewinner

Auch in Schleswig-Holstein gab es weniger Urlaubsgäste als im Vorjahr. Die Zahl sank im September um 4,2 Prozent auf rund 735.886. Spannend dagegen: Die Übernachtungen stiegen an, um satte 8,8 Prozent auf 3,56 Millionen. Rein nach Prozenten gehören Langballig und Stapel zu den größten Gewinnern. Allein bei den Übernachtungen verzeichnete Stapel ein Plus von 247 Prozent (1086), bei den Ankünften gab es einen Anstieg um 139,5 Prozent (273). Langballig begrüßte 322 Gäste (+51,9 Prozent), die dort für 844 Übernachtungen sorgten (+114,2).

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Neben den beiden kleinen Orten aus der Gemeinde Schleswig-Flensburg durften sich auch klassische Touristen-Hotspots über Zuwachs freuen. In St. Peter-Ording verbrachten 38.389 Menschen ein paar Urlaubstage (+23,9), die beliebte Halbinsel verzeichnete 205.881 Übernachtungen (+19,3). Auch Sylt trotzte im September der Pandemie, kam auf einen Zuwachs von 1,8 Prozent bei den Gästen (54.877) und 5,1 Prozent bei den Übernachtungen (374.390) verglichen mit dem September im Vorjahr.

Urlaub in Schleswig-Holstein: Negativer Jahres-Trend setzt sich fort

Auf das gesamte bisherige Jahr bezogen erweist sich der Trend jedoch trotz der leicht positiven September-Zahlen als negativ: Sowohl die Ankünfte als auch die Übernachtungen brachen auch in Schleswig-Holstein deutlich ein. Zwischen Januar und September begrüßte der – nach eigenem Bekunden – „echte Norden“ 4,31 Millionen Gäste bei 20,52 Millionen Übernachtungen.

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