• Ob mit oder ohne unterstützenden Motor: Mit dem richtigen Bike macht Radfahren einfach Spaß.
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Tipps für Senioren: Ob mit oder ohne Motor – so finden Sie das ideale Fahrrad

Es ist gut für Herz, Kreislauf und Knochen. Es schont die Gelenke, schult die Koordination, ist preiswert und umweltfreundlich. Und es müssen ja keine langen Strecken sein: Radfahren tut gut – gerade im Alter. Aber wie sieht das ideale Fahrrad für Senioren aus? Gibt es das überhaupt?

„Das typische Seniorenrad, das viele in Form eines trägen Citybikes mit tiefem Einstieg und wenig Innovation vor Augen haben, gibt es so kaum noch auf dem Markt. Im gleichen Maße wie sich Lebensstil und Lebensgefühl der Senioren verändert haben, hat sich auch die Radtechnik diversifiziert“, betont Fachbuchautor Gunnar Fehlau.

Fahrräder für Senioren: So finden Sie das richtige Rad

„Ob mit oder ohne E-Motor: Fahrrad fahren verlernt man ja bekanntlich nie. Nur ist Rad fahren heute wesentlich einfacher und komfortabler“, sagt Victoria Arnold vom Pedelec-Pionier „Flyer“. Damit Ältere sich auch beim Bremsen nicht umgewöhnen müssen, bieten einige Hersteller ihre Pedelec-Modelle mit Rücktrittbremse an, ergänzend zu den hydraulischen Scheibenbremsen. Denn: „Was nützt die beste Bremsanlage, wenn der Umgang ungewohnt ist oder gar abschreckt?“, erläutert Arnold.

Eine Umgewöhnung im positiven Sinne sind die heutigen Lichtanlagen mit Nabendynamo und LED-Beleuchtung. Helles Licht, nahezu wartungsfrei, und es schaltet sich meist auch noch selbsttätig ein. Funzeln, die ständig kaputtgingen, und kraftraubende Dynamos gehören der Vergangenheit an.

E-Bikes sind die idealen Fahrräder für Senioren

Immer mehr Radfahrer schätzen die elektrische Unterstützung – vor allem in der sogenannten Pedelec-Klasse bis 25 km/h. Durch den zusätzlichen Schub sind E-Bikes ideal für Ältere, für Menschen mit gesundheitlicher Vorbelastung oder für die Rekonvaleszenz. „Selbst bei Gegenwind und in hügeligen oder bergigen Gegenden kann man mit E-Bikes im persönlich optimalen Belastungsbereich bleiben“, darauf weist Dr. Achim Schmidt, Sportwissenschaftler und Radexperte an der Deutschen Sporthochschule Köln, hin. Weiterer Vorteil: Auch Gruppen und Paare mit unterschiedlicher Leistungsstärke können mit dem E-Bike wieder entspannt gemeinsam radeln und die Natur genießen.

Mopo Bike Senioren 2

Berge oder eine steife Brise von vorn: Mit einem Pedelec kommt man trotzdem voran.

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imago images/Martin Wagner

Dass ein Motor zur Unterstützung mehr Komfort bietet, liegt auf der Hand, aber auch in vielen anderen Bereichen gibt es sinnvolle Innovationen. Etwa Pedelecs mit Automatikschaltungen, bei denen die voreingestellte Trittfrequenz beibehalten wird, während das stufenlose Automatikgetriebe den Rest erledigt und der Motor immer im optimalen Wirkungsbereich ist.

Vollfederungen reduzieren Stöße und Vibrationen

Diese Technik bieten Hersteller wie z. B. „Riese & Müller“, die sich mit ihrer Marke auf vollgefederte Pedelecs spezialisiert haben. „Unangenehme und potenziell gesundheitsschädliche Stöße und Vibrationen werden durch eine Vollfederung deutlich reduziert“, erläutert Produktmanager Peter Horsch. Das bestätigt auch die „Aktion Gesunder Rücken“ (www.agr-ev.de), die u. a. das Modell „Avenue hybrid II“ mit ihrem Gütesiegel auszeichnete. „Unser Pedelec eignet sich dank des tiefen Einstiegs und des wartungsarmen, komplett gekapselten Antriebs hervorragend für Ältere“, ist Horsch überzeugt.

Viele Kunden informieren sich vor dem Fahrradkauf gern eingehend in Fachzeitschriften und im Internet. Eine große Rolle spielen dabei auch Tests. Das ist grundsätzlich eine gute Herangehensweise, kann aber den Besuch in einem Fahrradladen nicht ersetzen. Am besten ist aber immer eine Beratung vor Ort. Fachjournalist Fehlau betont: „Kunden sollten sich vor dem Kauf im qualifizierten Fachhandel informieren.“ Eine Probefahrt vor dem Kauf ist sowieso jedem angeraten, ob alt oder jung.

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Mopo Bike Senioren 3

Passt das Rad zum Körperbau? Ist der Sattel ergonomisch gut geformt? Dann rauf aufs Wunsch-Fahrrad!

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imago images/LightFieldStudios

Eine wichtige Rolle spielt der Fachhandel auch bei der Beratung zu individuellen Voraussetzungen, zur beabsichtigten Nutzung und zum Thema Ergonomie, das im Alter an Bedeutung gewinnt. „Schmerzen an Knien, Gesäß und Händen lassen sich in der Regel leicht vermeiden“, betont Stefan Stiener von „Velotraum“, Experte für die individuelle Anpassung des Rades an seinen Fahrer. „Eine Veränderung der Sitzhaltung oder Armstellung, individuell angepasste ergonomische Sättel, Lenkergriffe oder eine federnde Sattelstütze sind nur einige der Möglichkeiten für echtes Radvergnügen.“ Dann steht der entspannten Tour nichts mehr entgegen.

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