Im Tarifstreit zwischen Verdi und der Hochbahn war es bereits zu Warnstreiks gekommen.
  • Im Tarifstreit zwischen Verdi und der Hochbahn war es bereits zu Warnstreiks gekommen.
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HVV-Tarifstreit: Hochbahn legt neues Angebot vor – so reagiert Verdi

Die Hamburger Hochbahn hat der Gewerkschaft Verdi in der zweiten Verhandlungsrunde ein neues Angebot vorgelegt. Unter anderem bietet die Hochbahn erneut zusätzliche Urlaubstage an. Verdi sieht aber zentrale Punkte der Gewerkschaftsforderungen nicht erfüllt.

Zum neuen Paket der Hochbahn gehört auch eine Erhöhung der Zulagen für Schichtdienste: „Die angebotenen Zulagen sind je nach Wochentag und Tageszeit gestaffelt und reichen bis zu 50 Prozent des jeweiligen Stundenentgelts”, teilte die Hochbahn am Donnerstag mit. Damit solle die spezifische Belastung aufgrund von Schichtarbeit, die bei einem 24/7-Unternehmen „zur DNA“ gehöre, anerkannt werden.

Hamburger Hochbahn legt neues Angebot vor

Zusätzlich sollen alle Hochbahnerinnen und Hochbahner zwei Extra-Urlaubstage erhalten. Weiterhin sollen Mitarbeitende im Schichtdienst nicht erst ab 55 Lebensjahren (Angebot erste Runde), sondern schon ab 50 Jahren drei freie zusätzliche Tage erhalten. Im Einzelnen umfasst das Entlastungspaket, das nun auf dem Tisch liegt, folgende Eckpunkte für Schichtarbeitende: 

  • bis zu 12 zusätzliche freie Tage nach Alter gestaffelt ab vollendetem 50. Lebensjahr (ab mindestens fünf Jahren Betriebszugehörigkeit)
  • zwei zusätzliche freie Tage für geleistete Stunden zu „ungünstigen Zeiten“ (z.B. Nachtschicht)
  • zwei Tage durch 24. und 31. Dezember als „gesetzliche Feiertage“
  • bis zu drei weitere freie Tage bei Urlaub in den Wintermonaten (ohne Weihnachtsferien) für Fahrdienst Bus und U-Bahn und die Hochbahn-Wache
  • bis zu vier zusätzliche freie Tag je nach Betriebszugehörigkeit (für alle Beschäftigten)
  • zwei zusätzliche Urlaubstage pro Jahr (für alle Beschäftigten)

„Unser verbessertes Angebot unterstreicht, dass wir die Arbeitsbedingungen im Schichtdienst attraktiver gestalten wollen. Wir sind bereit, zentrale Forderungen von Verdi umzusetzen“, sagt Saskia Heidenberger, Personalvorständin und Arbeitsdirektorin der HOCHBAHN sowie Verhandlungsführerin der Arbeitgeberseite.

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Verdi stimmte dem Angebot bisher nicht zu. „Wir haben einen Großteil des Angebots zurückgewiesen“, sagt Gebriel Riesner von Verdi der MOPO. Unter anderem kritisiert die Gewerkschaft, dass ein Großteil der Entlastungstage erst im hohen Alter greifen soll und es in der täglichen Arbeit kaum Entlastungen gebe. Verdi fordert eine Begrenzung der Dienstlängen und Arbeitszeitverkürzungen für alle Generationen.

Die Verhandlungen werden am 19. Februar fortgesetzt. Verdi hat vorerst keine neuen Streiks geplant. Beide Seiten hoffen beim nächsten Termin auf eine Einigung. (abu)

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