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Im Konflikt um die Entlohnung der Hafenarbeiter an den großen deutschen Nordseehäfen ist weiterhin keine Einigung in Sicht. (Symbolbild)
  • Im Konflikt um die Entlohnung der Hafenarbeiter an den großen deutschen Nordseehäfen ist weiterhin keine Einigung in Sicht. (Symbolbild)
  • Foto: Julian Weber/dpa

Tarif-Zoff: Verdi und Seehäfen setzen Verhandlungen fort

Sieben Runden hatten Seehafenbetriebe und die Gewerkschaft Verdi vergeblich um einen neuen Tarifvertrag gerungen. Das Ergebnis: So heftige Warnstreiks wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Nun ist in die Verhandlungen erst einmal wieder Ruhe eingekehrt.

Knapp zwei Wochen nach dem 48-stündigen Warnstreik der Hafenarbeiter haben die Gewerkschaft Verdi und der Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) Hafenbetriebe ihre Tarifgespräche wieder aufgenommen. Beide Seiten treffen sich am Mittwoch online zu ihrer mittlerweile achten Verhandlungsrunde.

Hafen-Zoff: Verdi und ZDS starten neue Tarifrunde

In dem festgefahrenen Tarifkonflikt beharrt die Gewerkschaft Verdi angesichts der hohen Inflation von derzeit knapp acht Prozent auf einer Sicherung der Reallöhne für alle Beschäftigten. „Das ist nach wie vor das, was wir wollen“, sagte Verdi-Verhandlungsführerin Maya Schwiegershausen-Güth. Vor allem für die niedrigeren Lohngruppen, die kräftige Preiserhöhungen für Energie und Lebensmittel besonders träfen, sei ein Inflationsausgleich wichtig.

Die Gewerkschaft war mit einem Forderungspaket in die Verhandlungen gegangen, das nach Verdi-Angaben in der Spitze Lohnerhöhungen von bis zu 14 Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten bedeutet. Auf dem Tisch liegt aktuell ein Angebot der Arbeitgeber – bei allerdings 24 Monaten Laufzeit – mit 12,5 Prozent für die Containerbetriebe und 9,6 Prozent für konventionelle Betriebe. Für sogenannte Beschäftigungssicherungsbetriebe in wirtschaftlichen Schwierigkeiten taxiert der ZDS das Angebot auf 5,5 Prozent.

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Der Konflikt dreht sich aus Sicht der Gewerkschaft vor allem darum, ihre Forderung nach Ausgleich der Teuerung mit einer zuletzt von Arbeitgeberseite ins Spiel gebrachten Laufzeit von 24 Monaten zu verknüpfen. „Wo wir eine Lösung brauchen, wo es hakt, ist tatsächlich: Wie schaffen wir, das beides zueinander zu bringen?“, so Schwiegershausen-Güth. „Wir brauchen eine Reallohnsicherung für alle Beschäftigten über die gesamte Laufzeit des Tarifvertrages.“

Die Verhandlungsführerin des Zentralverbandes der deutschen Seehafenbetriebe, Ulrike Riedel, deutete an, dass bei diesem Aspekt ein möglicher Lösungsweg liegen könne. „Mit Blick auf die lange Laufzeit ist die Frage einer Anpassung im zweiten Jahr ein Punkt, über den wir im Moment noch diskutieren und wo wir über mögliche Mechanismen und Kriterien gesprochen haben“, sagte sie. „An dieser Stelle könnten wir mit Sicherheit noch einsteigen und das verfeinern.“

Hafen-Tarifstreit: Lenkt Seehafenverband ZDS ein?

Unmittelbaren Einigungsdruck haben beide Seiten am Mittwoch noch nicht. Zwar waren die letzten Runden im Juni und Juli von insgesamt drei Warnstreiks begleitet worden, mit denen Verdi zuletzt die Abfertigung von Schiffen für 48 Stunden lahmgelegt hatte. Allerdings wurden bereits weitere Gesprächstermine für den 10. und 22. August vereinbart. Bis dahin sind nach einem vor dem Arbeitsgericht Hamburg geschlossenen Vergleich weitere Warnstreiks ausgeschlossen. (dpa/mp)

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