Streik im Hafen: Arbeiter kämpfen für bessere Arbeitsbedingungen.
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Streik bei HHLA-Tochter: Hafenarbeiter fordern gleichen Lohn für alle

Altenwerder –

Streik im Hamburger Hafen: Angestellte der SCA/SCB, einer Tochter von Hamburgs größtem Terminalbetreiber HHLA, legen seit Montagabend ihre Arbeit nieder. Sie fordern eine Angleichung der Arbeitsbedingungen an die Tarife der HHLA.

Die Auseinandersetzung dauert schon viele Monate. Seit Anfang 2020 laufen die Tarifgespräche zwischen der Gewerkschaft Verdi und dem Arbeitgeber. Im Dezember wurden die Gespräche für gescheitert erklärt.

Hamburg: Hafenarbeiter fordern gleichen Lohn für alle

„In fast zwölf Monaten Verhandlung hat sich die HHLA nur millimeterweise bewegt. Deswegen haben die Kollegen jetzt beschlossen, für ein vernünftiges Angebot zu streiken. Sie fordern, zu denselben Bedingungen zu arbeiten, wie die anderen HHLA-Beschäftigten“, so Stephan Gastmeier, Gewerkschaftssekretär im Fachbereich Verkehr bei Verdi Hamburg. 

Die rund 360 Beschäftigten der SCA/SCB sind für die Instandhaltung und Reparatur von Großgeräten auf den Hafenanlagen zuständig. Ziel des Streiks ist es, eine Anpassung der Arbeitszeiten zu erreichen, eine Verringerung von zusätzlichen Pflichtschichten sowie Entlastungen für ältere Arbeitnehmer.  

Verdi: „Stimmung ist am Kochen“

Natale Fontana, Landesfachbereichsleiter Verkehr bei Verdi Hamburg, kritisiert: „Die HHLA muss verstehen, dass die Stimmung in den Betrieben am Kochen ist. Auf der einen Seite werden massive Investitionen in neue Anlagen und Automatisierungsinstrumente gesteckt. Auf der anderen Seite wird selbst im Konzern zu unterschiedlichen Bedingungen gearbeitet. Gleichzeitig wird ein erheblicher Arbeitsplatzabbau angekündigt. Die Beschäftigten sind nicht länger bereit, den Preis dafür zu zahlen, sei es durch niedrigere Tarife oder gar Arbeitsplatzverlust.“

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Die HHLA weist die Forderungen der Gewerkschaft zurück und sieht in dem Streik eine Gefährdung der Arbeitsplätze und der Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens. Dass Verdi den Tarifkonflikt ausgerechnet in der Corona-Zeit eskalieren lasse, sei „nicht nachvollziehbar“. Für das Unternehmen würden die Forderungen „Mehrkosten in Millionenhöhe und gleichzeitig die Schaffung von Personalüberhängen“ bedeuten. Das sei wirtschaftlich und tarifpolitisch nicht vertretbar. 

Terminalbetreiber HHLA will die Gespräche fortsetzen

Der Terminalbetreiber wies darauf hin, dass weiter Interesse an einem „zukunftsgerichteten Tarifabschluss“ bestehe. „Die Verhandlungen sollten daher unverzüglich fortgesetzt werden.“ Auch eine Schlichtung sei vorstellbar.

 

 

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