Die Neuvertragsmieten in Hamburg sind im Jahr 2021 leicht gesunken. Das zeigt die Untersuchung des Wohnungsmarktes von Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums Ohmoor.
  • Die Neuvertragsmieten in Hamburg sind im Jahr 2021 leicht gesunken. Das zeigt die Untersuchung des Wohnungsmarktes von Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums Ohmoor.
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Stagnation auf Hamburger Wohnungsmarkt?: Mieterverein: „Kein Grund für Entwarnung“

Der Hamburger Wohnungsmarkt stagniert in Corona-Zeiten. Das ergibt die diesjährige Untersuchung des Gymnasiums Ohmoor, welche die Schülerinnen und Schüler am Dienstag auf einer Online-Pressekonferenz vorstellten. Demnach sei der Anstieg der Neuvertragsmieten vorerst gestoppt worden. Für den Mieterverein zu Hamburg sind die Zahlen dennoch kein Grund für Entwarnung.

Wer in Hamburg 2021 eine Wohnung anmieten möchte, muss derzeit durchschnittlich 13,40 Euro pro Quadratmeter aufbringen. Das sind 0,05 Euro weniger als im Vorjahr.

Für eine 70-Quadratmeter-Wohnung muss somit mit einer monatlichen Miete von rund 1.200 Euro (inkl. Nebenkosten) gerechnet werden. Die Neuvertragsmiete von 13,40 Euro pro Quadratmeter liegt damit rund 55 Prozent über der Durchschnittsmiete des Hamburger Mietenspiegels, welche derzeit 8,66 Euro beträgt.

Wegen Corona? Hamburger Wohnungsmarkt stagniert

Diese Erkenntnisse gehen aus der diesjährigen Wohnungsmarktuntersuchung des Gymnasiums Ohmoor hervor, die seit 1986 durchgeführt wird. Für die Studie, die im Geographie-Kurs unter der Leitung des Lehrers Christopher Gnann und der Lehrerin im Vorbereitungsdienst Charlotte Sponholz erarbeitet wurde, konnten allein für Hamburg 4382 Wohnungsinserate ausgewertet werden.

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Insgesamt zeigt die Studie zwar eine Stagnation der Hamburger Neuvertragsmieten, jedoch ergeben sich erhebliche Unterschiede in den einzelnen Stadtteilen. Deutliche Rückgänge bei den verlangten Mieten bei gleichzeitig hohen Angebotszahlen gab es in Steilshoop (-14 Prozent), Hohenfelde (-13 Prozent), Fuhlsbüttel (-11 Prozent) und Altona (-11 Prozent). Ein kräftiges Plus von mehr als 15 Prozent verzeichnen hingegen die Stadtteile Finkenwerder, Rotherbaum, Rothenburgsort und Lurup.

Durchschnittsmiete bleibt stabil: Unterschiede in den Stadtteilen

Spitzenreiter bei den Mieten war der der Mittelwert aus 24 Wohnungen in der Hamburger Altstadt mit 21,33 Euro pro Quadratmeter. Den günstigsten Wohnraum findet man südlich der Elbe. Die Mittelwerte liegen in Hasbruch, Neuenfelde und Wilstorf unter 10 Euro pro Quadratmeter.

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Trotz der Stagnation der Mietpreise sieht der Mieterverein zu Hamburg die Lage auf dem Wohnungsmarkt weiterhin kritisch. „Die aktuelle Atempause für Hamburgs Mieterhaushalte dürfte überwiegend auf die Corona-Pandemie und das schwindende Zahlungsvermögen der Wohnungsinteressenten zurückzuführen sein“, vermutet Siegmund Chychla, Vorsitzender des Mietervereins. Einen Grund für Entwarnung gäbe es daher nicht.

Auch die Linksfraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft kann in der Untersuchung keine positiven Erkenntnisse ausmachen. „Jahr für Jahr bestätigt sich, dass die Mieten in Hamburg zu hoch sind für Menschen mit mittlerem und wenig Einkommen. Wann sieht der Senat endlich ein, dass  ‚bauen, bauen, bauen‘ nicht zu günstigen Mieten führt, wenn mehr als zwei Drittel der Neubauten hochpreisig sind “, so Heike Sudmann, wohnungspolitische Sprecherin. (alu)

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