Autos fahren über die A7 in Hamburg. Die dortigen Verkehrskameras bleiben aus Sorge vor Spionage erst einmal für die Öffentlichkeit dunkel. (Archivbild)
  • Autos fahren über die A7 in Hamburg. Die dortigen Verkehrskameras bleiben aus Sorge vor Spionage erst einmal für die Öffentlichkeit dunkel. (Archivbild)
  • Foto: dpa | Christian Charisius

Spionagegefahr: Warum Hamburgs Autobahnkameras abgeschaltet wurden

Morgens beim Frühstück schnell einen Blick auf den Verkehr auf der A1 werfen? Oder ob die Köhlbrandbrücke für den Weg ins Büro frei ist? Für viele Pendlerinnen und Pendler gehört das durchaus zur allmorgendlichen Routine. Normalerweise ermöglichen die zahlreichen Hamburger Verkehrskameras, die ihre Bilder live ins Netz schicken, die schnellen Checks. Aktuell bleiben die Kameras aber dunkel – zumindest für die Öffentlichkeit.

Bei den fehlenden Live-Bildern von Hamburgs Straßen handelt es sich um keine Panne, wie sich schnell vermuten ließe. Vielmehr ist der Krieg in der Ukraine ursächlich dafür, dass es derzeit bundesweit keine Live-Bilder deutscher Autobahnen mehr im Internet zu sehen gibt.

Hamburg: Verkehrskameras bleiben dunkel – Spionagegefahr

„Aufgrund der aktuellen sicherheitspolitischen Entwicklungen in Europa“ stünden die Verkehrskameras der Autobahn GmbH des Bundes derzeit nicht zur Verfügung, teilte das Bundesverkehrsministerium auf Anfrage mit. Offenbar plagen die Bundesregierung Sicherheitsbedenken, weil kriegsbedingt diverse Kriegstransporte über die deutschen Straßen rollen.


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Zuvor hatte die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“ über die Abschaltung der Webcams auf der Internetseite der Verkehrsmanagementzentrale Niedersachsen (VMZ) berichtet. Die VMZ bestätigte demnach, dass der Krieg in der Ukraine der Hintergrund dafür sei. „Auch der Straßenverkehr in Niedersachsen ist von den Auswirkungen des Konflikts betroffen“, wurde ein Sprecher zitiert.

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Bereits Anfang März hatte der SWR unter Berufung auf einen Sprecher des baden-württembergischen Verkehrsministeriums geschrieben, die Kameras seien nicht abgeschaltet worden, man veröffentliche nur keine Bilder mehr im Internet. Man komme damit einer Bitte des Bundesverkehrsministeriums nach. „Es gibt vermehrt Aktivitäten von sicherheitspolitisch relevanten Akteuren im Straßenraum“, sagte der Sprecher des Ministeriums in Stuttgart demnach wörtlich.

Wann die rund 20 Verkehrskameras, die sich in normaleren Zeiten in Hamburg verfolgen lassen, wieder für alle auf Sendung gehen, ist noch nicht bekannt. Man hoffe, den Service bald wieder anbieten zu können, hieß es aus dem Bundesverteidigungsministerium. Bis dahin gibt’s den besten Blick auf die Köhlbrandbrücke, die Elbbrücken oder das Autobahnkreuz Hamburg-Ost aus dem Auto selbst. (dpa/fbo)

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