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So geht Corona-Kontaktsperre: Top-Wetter: Tausende strömen ins Freie und halten Abstand

Corona-Kontaktverbot und Super-Sonne-Samstag – konnte das gut gehen? Klare Antwort: Ja! Während Hamburgs Straßen unter der Woche größtenteils verlassen waren, strömten am Sonnabend Tausende in die Parks, zum Elbstrand oder an die Alster – und hielten sich größtenteils an die Regeln.

Die deutlichen Worte von Innensenator Andy Grote (SPD) dürften gefruchtet haben. Der hatte noch am Freitag vor einer Missachtung der Corona-Kontaktsperre gewarnt.

Corona-Kontaktsperre: Andy Grote warnt die Hamburger

„Die Regeln gelten weiterhin. Von Lockerung kann vorerst keine Rede sein. Und wir werden auch am Wochenende sehr konsequent damit umgehen“, sagte er. Die Polizei legte auf Twitter am Sonnabend noch einmal nach und erinnerte daran, was jetzt erlaubt ist.

„Die Allgemeinverfügung vom 22. März ist weiterhin gültig! Bitte maximal zu zweit oder nur mit Angehörigen des eigenen Haushalts unterwegs sein! Mindestens 1,5 Meter Abstand zu anderen Passanten halten! Keine Gruppen bilden!“ Bei Verstößen würde es Anzeigen und falls nötig sogar Ingewahrsamnahmen geben.

In Övelgönne wurde es mit dem Einhalten des Kontaktverbots dann doch etwas schwieriger.

In Övelgönne wurde es mit dem Einhalten des Kontaktverbots dann doch etwas schwieriger.

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Deutliche Worte, die jedoch viele Hamburger nicht davon abhielt, das gute Wetter zu genießen. An der Alster spazierten Tausende Menschen auf den Wegen.

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Trotz Corona: Tausende Hamburger an der frischen Luft

Sie sonnten sich auf Bänken oder Bootsstegen. An der Straße standen Eiswagen und lockten die Passanten an, etwa im Stadtpark. Doch auch hier galt die Devise: Abstand halten! Sogar die Eisverkäufer achteten penibel darauf, dass in den Schlangen genug Platz zwischen den Wartenden war.

Bei den Eisverkäufern bildeten sich Schlangen – mit genügens Abstand.

Bei den Eisverkäufern bildeten sich Schlangen – mit genügens Abstand.

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Und die Polizei? Hatte alles fest im Blick. Die Beamten kontrollierten auf den Wegen und zeigten sich mit dem Verhalten der Hamburger zufrieden. Die meisten hielten die Abstandsregeln ein, sagte ein Beamter. Auf die Regeln weisen überall auch Schilder an den Bäumen hin.

Die beiden Musiker unterhielten am Sonnabend mehrere Menschen im Stadtpark – und hielten Abstand.

Die beiden Musiker unterhielten am Sonnabend mehrere Menschen im Stadtpark – und hielten Abstand.

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Vor allem regelten die Hamburger das Kontaktverbot aber für sich. Zwei Musiker im Stadtpark hielten bereits untereinander deutlichen Abstand, der Spenden-Hut war in einiger Entfernung platziert. Und zwei Sportler trainierten miteinander auf Abstand im Schatten-Boxen den Faustkampf.

Diese beiden Sportler trainierten per Schattenboxen den Faustkampf.

Diese beiden Sportler trainierten per Schattenboxen den Faustkampf.

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Und am Sonnabend sonst so belebten Jungfernstieg? Da waren deutlich weniger Menschen unterwegs als sonst. Diejenigen, die hier die Sonne genossen, saßen brav in Zweierreihen auf den Bänken.

Corona: Polizei muss eingreifen, weil zu viel gegessen wird

Auch hier sei alles sehr ruhig, sagte eine Polizistin. Sie müssten nur öfters einschreiten, wenn auf den Bänken zu viel gegessen oder getrunken werde. Szenen, die man auch in Winterhude am Mühlenkamp beobachten konnte, wo sich viele auf den Außenplätzen der örtlichen – wegen Corona jedoch geschlossenen – Gastronomien in der Sonne badeten.  

Am Mühlendamm genossen die Hamburger ebenfalls die Sonne.

Am Mühlendamm genossen die Hamburger ebenfalls die Sonne.

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Deutlich voller war es hingegen am Elbstrand, an der schmalen Elbstrand-Promenade drängten sich die Hamburger dann schon dichter. Am Elbstrand selbst achtete die Polizei darauf, dass Grüppchen nicht zu dicht beieinander saßen.

Zwei Polizisten wiesen am Sonnabend eine Gruppe daraufhin, sich ein wenig weiter auseinanderzusetzen.

Zwei Polizisten wiesen am Sonnabend eine Gruppe daraufhin, sich ein wenig weiter auseinanderzusetzen.

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Voller wurde es auch auf den Märkten in der Stadt. Viele Hamburger nutzten den Sonnabend für Einkäufe. Auf dem Wochenmarkt Grundstraße in Eimsbüttel tummelten sich bereits am Vormittag viele Käufer. Sie bemühten sich, Abstand zu halten, standen teilweise auch in Schlangen mit gebührenden Abstand an.

Hamburg war am Sonnabend auf den Beinen – trotz Corona.

Hamburg war am Sonnabend auf den Beinen – trotz Corona.

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Die Corona-Krise lässt die Menschen im Alltag kreativ werden, und so entstehen auch ungewöhnliche Glückwunsch-Bekundungen.

Corona zum Trotz: Hamburger singen Geburtstagsständchen

In Hamburg-Eimsbüttel gab es am Samstagmorgen in einem Mehrfamilienhaus ein rührendes Geburtstagsständchen von mehr als einem Dutzend Balkonen. Die Bewohner sangen verschiedene Klassiker wie „Viel Glück und viel Segen“, verfolgt von zahlreichen Menschen, die auf dem benachbarten Wochenmarkt ihre Einkäufe tätigten. Die Freude, sie ist auch in Corona-Zeiten noch da. (mp/dpa)

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