• Thomas Born (verstorben 2015) war berühmt-berüchtigtes Mitglied der Nutella-Gang. 
  • Foto: Florian Quandt

Serie „Paten von St. Pauli“: Kiezlegende Thomas Born: „Ich war zuständig für Stress“

Die MOPO lässt in der Serie „Paulis Paten“ zwielichtige Kiez-Größen aufleben, legendäre Fehden Revue passieren und zeigt seltene Fotos. Im letzten Teil der Serie geht es um Thomas „Karate-Tommy“ Born. Er war einer von sechs führenden Köpfen der „Nutella-Bande“, die Ende der 70er bis Anfang der 80er das Rotlichtmilieu in Hamburg beherrschte. Bei einer Schießerei entging er 1982 knapp dem Tod, 2015 verstarb die Kiezlegende.

Thomas Born 1988

Thomas Born 1988

Foto:

Hirschbiegel

In den späten 70er Jahren heuerte der 2015 im Alter von 64 Jahren verstorbene Ex-Karate-Europameister bei den „Nutellas“ an. „Dort war ich zuständig für den Bereich Stress.“ Wann immer jemand glaubte, sich an dem einträglichen Geschäft mit den Prostituierten beteiligen zu wollen, war „Tommy“ Born gefragt.

Lesen Sie hier Teil 1 von Paten von St. Pauli: Über die Anfänge der „Hells Angels“ in Hamburg

Kiezlegende Thomas Born: „Ich war zuständig für Stress“

„Ich bin dann hin zu den Leuten, hab mir den Chef gegriffen und ihm erst mal eine verpasst. Dann hab ich gefragt, ob es Probleme gibt.“ Die hatten sich damit dann meist erledigt.

Thomas Born gab sich gern in kämpferischer Pose

Born gab sich gern in kämpferischer Pose.

Foto:

hfr 

Bis zum 22. Oktober 1982. Das bis dahin geltende Gesetz, dass Konflikte nur mit Fäusten ausgetragen werden, wurde aufgehoben. Der Anlass war banal. Zwei Mädchen prügelten sich.

Teil 2: Wie das Imperium der „Hells Angels“ zusammenbrach

Karate-Tommy: Sprung durch Tür rettete sein Leben

Die Jungs vom „Bel Ami“ verlangten Verdienstausfall, weil ausgerechnet ihre „Mitarbeiterin“ ein blaues Auge davontrug. „Ich also mit ,SS-Klaus‘ und ,Angie‘ Becker hin. Dann haben die geschossen.“

Thomas Born umringt von zwei Frauen

„Karate-Tommy“ mit zwei leichtbekleideten Frauen. 

Foto:

RUEGA 

Borns Kollegen waren sofort tot. Er selbst wurde am Bauch und Unterarm getroffen. Mit einem Sprung durch eine verschlossene Holztür rettete er sein Leben. Die jetzigen Zuhältergruppen auf dem Kiez seien gut eingespielt, sagte er in einem Interview im Jahr 2011. „Sie sprechen eine Sprache, akzeptieren dieselben Regeln.“

Teil 3: Als der „Schöne Mischa“ zu Grabe getragen wurde

Zuhälter in Hamburg: Tödliche Schießereien

Born hat es am eigenen Leib erlebt, was passiert, wenn auf dem Kiez ein Machtvakuum entsteht. Als die größte deutsche Zuhältervereinigung „GMBH“ Anfang der 80er an Einfluss verlor, kam es zu tödlichen Schießereien. In den 90ern, als viele Zuhälterchefs im Knast saßen, ballerten sich ausländische Gruppen den Weg frei.

Teil 4: Wie der letzte deutsche Kiez-Pate der Polizei entkam

In den späten 80er versuchte sich Thomas Born als Schauspieler, eine Zeit lang lief es tatsächlich ganz gut mit der Karriere. Rollen im „Großstadtrevier“, bei Dieter Wedels „König von St. Pauli“ und sogar in Hollywood folgten. Heinz Hoenig lobte seine „ungeheure Präsenz“ vor der Kamera. Aber so richtig leben konnte Born davon nicht. Beim letzten ausführlichen Gespräch mit der MOPO sagte er, er sei im „Security-Business“. Nachdenklich meinte „Karate-Tommy“: „Mein ganzes Leben hat mit Gewalt zu tun, aber die bringt nichts.“

Teil 5: Kiezgröße „Wiener-Peter“: Gierig nach Macht und Geld

Thomas Born starb am 1. Mai 2015 im UKE, kurz nachdem er in seiner Wohnung auf St. Pauli einen Herzinfarkt erlitten hatte.
 

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