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  • Foto: Foto: Archiv Howaldtswerke / IMMH.

Sensations-Fotos: Hamburgs legendäre Werft: die Howaldtswerke

Arbeiter, die nieten und schweißen, sich mit Willy Brandt (SPD) unterhalten. Bundeskanzler Konrad Adenauer (CDU), der sich die Werft zeigen lässt. Und der berühmte Reeder Aristoteles Onassis, der höchstpersönlich dabei ist, als einer seiner Supertanker vom Stapel läuft. Einzigartige Fotos, die derzeit das Internationale Maritime Museum ausstellt. Sie stammen aus den 50er und 60 Jahren – und sind alle entstanden in den Hamburger Howaldtswerken.

Dem ehemaligen Archivleiter, der die Negative sicherte, und einem begeisterten, geschichtsbewussten Mitarbeiter, der sie digitalisierte, ist es zu verdanken, dass dieser Teil der Hamburger Werftengeschichte der Nachwelt erhalten blieb. 30.000 Fotos wurden dem Internationalen Maritimen Museum vor zwei Jahren übergeben. Sie bilden die Grundlage für diese Sonderausstellung.

Willy Brandt 1965 beim Werftbesuch

Der damalige SPD-Kanzlerkandidat Willy Brandt kam im September 1965 auf Wahlkampftour auf die Werft. Zehn Tage vor der Bundestagswahl vom 19. September besuchte er die Howaldtswerke und wurde von einer größeren Belegschaftsmenge begrüßt. In der Wahl unterlag er Kanzler Ludwig Erhard.

Foto:

Archiv Howaldtswerke / IMMH.

Howaldtswerke: Zur Blütezeit hatte sie 9000 Mitarbeiter

Die Howaldtswerke gehörten zu den großen und bedeutenden Werften Hamburgs. Der 1909 gegründete Zweigbetrieb der  Stettiner Vulcan war im südlichen Teil des Hafens zwischen Rosskanal und Köhlbrand angesiedelt. In ihrer Blütezeit, Ende der 50er Jahre, beschäftigten die Werke etwa 9000 Mitarbeiter.

Von 1953 bis 1967 führten die „Hamburger Howaldtswerke AG“ (HWH) nur den Namen der Kieler Traditionswerft, 1968 fusionierten die Howaldtswerke Hamburg und Kiel mit der Deutschen Werft in Finkenwerder zur „Howaldtswerke, Deutsche Werft AG“ (HDW), um der wachsenden Konkurrenz aus Ostasien und der Flaute auf dem Schiffbaumarkt zu begegnen.

Howaldtswerke: In der Lohnkasse liegen die Geldbündel bereit

Arbeiter kontrollieren die Länge ihrer Metall-Leisten

Auch bei den größten Schiffen steckt der Teufel im Detail. Diese beiden Meister kontrollieren noch einmal die korrekten Länge ihrer Metall-Leisten.

 

Foto:

Archiv Howaldtswerke / IMMH.

Die großartigen Fotodokumente  nehmen den Besucher mit ins Büro der Vorstandssekretärin, zum 40-jährigen Jubiläum des Maschinenbaumeisters und sogar in die Lohnkasse. Hier liegen die Geldbündel schon bereit, die abschließbaren Geldkassen stehen geöffnet im Hintergrund. Freitags war Zahltag, der Tarifstundenlohn eines gelernten Arbeiters betrug 1,50 Mark.

Mittäglicher Treffpunkt war die Werkskantine. Hier wurde von 12 bis 12.30 Uhr das Mittagessen eingenommen, der Beitrag kostete 1957 ganze 67 Pfennige. Eine Aufnahme zeigt die Kantinenküche „vor dem großen Ansturm“, Stapel von Tellern, riesige Töpfe sowie mehr als 1600 vorbereitete Nachspeisen auf den Ausgabetresen. Akkord für die Küchenmannschaft.

Aristoteles Onassis ist Gast beim Stapellauf

Anlässlich des Stapellaufs des Supertankers „Al-Malik Saud Al-Awal“ der Reederei „Olympic Maritime“ am 5. Juni 1954 hat sich eine illustre Personengruppe auf dem Werftgelände eingefunden. Zu erkennen sind links von Aristoteles Onassis seine Frau Athina (nach Skiunfall auf Krücken), ihre beiden Kinder, Christina und Alexander, dann die Taufpatin Fürstin Ann-Marie von Bismarck (mit Haarkranz und Schleier) und ihre Tochter Gunilla sowie, zwischen Fürstin Bismarck und „Ari“ Onassis, Scheich Abdullah Ali Reza aus dem saudischen Königshaus.

Foto:

Archiv Howaldtswerke / IMMH.

Werft in Hamburg: Reeder Onassis kam zum Stapellauf

Höhepunkte des Werftalltags waren natürlich die Stapelläufe. Der Stapellauf der „Tina Onassis“ im Juli 1953 war ein Riesenereignis für ganz Hamburg. Der Supertanker des griechischen Reeders Aristoteles Onassis zählte damals weltweit zu den größten Schiffen. Und die wenige Monate zuvor eigenständig gewordenen Howaldtswerke Hamburg als Erbauer waren acht Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges stolz auf dieses Produkt.

1988 wurde das Werk „auf dem Ross“ geschlossen. Geblieben ist ein großer Schatz mit Fotos, von denen in Zukunft ganz sicher noch viele weitere im Internationalen Maritimen Museum gezeigt werden. Die aktuelle Sonderausstellung läuft bis zum April 2021.

Blick in die Ausstellung

Die „Tina Onassis“ wurde von den Howaldtswerken Anfang der 50er Jahre gebaut. Der Stapellauf am 25. Juli 1953 war ein Riesenereignis für ganz Hamburg. Der Supertanker des griechischen Reeders Aristoteles Onassis rangierte damals weltweit unter den größten Schiffen. Ein Modell des Supertankers ist Teil der Ausstellung im Internationalen Maritimen Museum Hamburg.

 

Foto:

IMMH

Infos: www.imm-hamburg.de,Tel. 040/ 300 92 30 – 0, Kaispeicher B, Koreastraße 1, 20457 Hamburg, U Bahn-Station: Überseequartier

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