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  • Foto: picture alliance/dpa

Seit Beginn von Corona: In Hamburg wird wieder mehr zwangsgeräumt

Trotz der Corona-Pandemie und den damit verbundenen wirtschaftlichen Folgen werden Menschen in Hamburg aus ihren Wohnungen zwangsgeräumt. Das ergibt sich aus einer Anfrage der Linken-Fraktion an den Senat. Und es sind sogar mehr als im vergangenen Jahr.

Zu Beginn der Corona-Pandemie im März wurden Zwangsräumungen weitestgehend ausgesetzt. Zwischen Juli und September mussten allerdings 326 Haushalte in der Hansestadt ihr zu Hause räumen – die meisten davon in den Bezirken Barmbek und St. Georg mit jeweils 62 Räumungen. Das sind insgesamt 18 mehr als im gleichen Zeitraum im Vorjahr. 

Zwangsräumungen in Hamburg: In der Corona-Anfangszeit weitgehend ausgesetzt

Das ergibt sich aus der Antwort des Senats auf eine Kleine Anfrage der Bürgerschaftsabgeordneten und sozialpolitischen Sprecherin der Linken-Fraktion, Stephanie Rose. Demnach gingen 56 von den 326 Räumungen in Hamburg von dem städtischen Wohnungsunternehmen SAGA aus. Mitte März hatte das Unternehmen erklärt, es werde auf Zwangsräumungen sowie fristlose Kündigungen verzichten, um die Mieter in Zeiten einer Krise nicht noch weiter unter Druck zu setzen. 

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Die MOPO fragte bei der SAGA nach. „Die SAGA Unternehmensgruppe verzichtet auch weiterhin auf fristlose Kündigungen oder Räumungen in Fällen nachweislich durch die Corona-Krise bedingter Zahlungsausfälle oder Mietrückstände“, sagte Pressesprecher Gunnar Gläser. Kündigungen oder Räumungen würden nur in Fällen einer massiven Störung des Hausfriedens erfolgen.

Vermehrt Zwangsräumungen: Das sagt die SAGA

Zusätzlich biete das Tochterunternehmen WSH Wohnservice Hamburg bei bestehenden Mietrückständen direkt vor Ort eine frühzeitige, aktive Beratung mit dem Ziel der Reduzierung von Mietrückständen an.

Trotzdem zeigt sich Linken-Politikerin Rose angesichts der gestiegenen Zwangsräumungszahlen besorgt. „Seit Mitte Juni ist wieder Normalbetrieb und das, obwohl die Pandemie und ihre sozialen und wirtschaftlichen Folgen für die Menschen noch lange nicht vorbei sind“, sagte sie der MOPO.

Corona-Krise: Linken-Politikerin fordert Schutz der Mieter

„Im Gegenteil, wir haben aktuell einen Teil-Lockdown und befinden uns in einer ähnlichen Situation wie in den Monaten zu Beginn der Pandemie.“ Rose fordert, die Mieter zu schützen und Zwangsräumungen wieder auszusetzen. Zuerst hatte „Hinz&Kunzt“ darüber berichtet.

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