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Sechs Monate nach Anschlag: In Hamburg: Demonstration in Gedenken an Opfer von Hanau

An diesem Mittwoch, den 19. August, liegt der rassistische Anschlag in Hanau genau sechs Monate zurück. Zum Gedenken werden dann voraussichtlich um 500 Menschen vom S-Bahnhof Veddel zum Stübenplatz in Wilhelmsburg marschieren. 

Die Demonstration in Hamburg ist eine von vielen bundesweiten Gedenk- und Protestaktionen, die für Mittwoch geplant sind. Ein Jahr zuvor hatte ein deutscher Täter in Hanau neun Menschen mit Migrationshintergrund und anschließend seine Mutter und sich selbst erschossen.

Die Demonstranten ziehen vom S-Bahnhof Veddel bis zum Stübenplatz in Wilhelmsburg

Die Demonstrierenden versammeln sich unter dem Motto „Erinnerung, Gerechtigkeit, Aufklärung und Konsequenzen“ um 18 Uhr am Hamburger S-Bahnhof Veddel und ziehen ab 18.30 Uhr in Richtung Stübenplatz in Wilhelmsburg. Dort wird ab 19.30 Uhr eine Abschlusskundgebung stattfinden. Die Organisatoren erwarten 500 Teilnehmer– sie werden jedoch in 10 Gruppen mit jeweils 50 Teilnehmern organisiert, um Corona-bedingte Hygiene- und Abstandsregelungen einzuhalten.

Der Startpunkt der Demonstration am S-Bahnhof Veddel wurde gewählt, da hier am 17. Dezember 2017 Stephan K., der mehrfach wegen ausländerfeindlichen Straftaten verurteilt worden war, eine Plastiktüte mit mehr als 70 Schrauben und zwei Silvesterböllern auf dem Bahnsteig angezündet hatte – nur durch Glück gab es dabei keine Schwerverletzten oder Tote.

Demonstration in Hamburg: Die Organisatoren fordern unter anderem den Rücktriff des hessischen Innenministers Peter Beuth

Die Hanau-Gedenk-Demonstration wird von verschiedenen Akteuren organisiert, wie zum Beispiel dem Campus Grün, der Föderation demokratischer Arbeitervereine (DIDF) und dem Hamburger Bündnis gegen Rechts. Die Organisatoren fordern auf ihrer Internetseite eine lückenlose Aufklärung der Tat, den Rücktritt der in ihren Augen verantwortlichen Politiker wie den hessischen Innenminister Beuth, Gerechtigkeit und Unterstützung für die hinterbliebenen Familien und ein angemessenes Erinnern.

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Sedat Kaya ist Mitglied der DIDF und hat die Demonstration angemeldet. Er sagt: „Die rassistischen Angriffe auf MigrantInnen sind insbesondere ein Angriff auf das solidarische Miteinander und den gemeinsamen Kampf für ein besseres Leben in Deutschland. Dafür stehen wir zusammen und begegnen dem mit einer noch stärkeren Solidarität aller Menschen, unabhängig von ihrer Herkunft!“

Auch Christoph Kleine von der Seebrücke Hamburg äußert sich zur geplanten Demonstration: „Wir nehmen den tödlichen Rassismus nicht mehr hin. Nicht den Terror der Nazis und nicht das Sterben im Mittelmeer. Das Gedenken an die Toten von Hanau wird deswegen ergänzt um die Forderung nach Aufklärung und Konsequenzen. Insbesondere fordern wir, den strukturellen Rassismus in der Polizei zu bekämpfen und den Rücktritt des hessischen Innenministers Beuth (CDU).“ (nd)

 

 

 

 

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