• Eine Dampfturbine (Symbolbild).
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„Schwieriges Marktumfeld“: Industrieriese streicht in Hamburg 155 Stellen

Die VW-Tochter MAN Energy Solutions will 450 Millionen Euro einsparen. In Hamburg soll die Produktion von Dampfturbinen eingestellt werden: 155 Mitarbeiter sind davon betroffen.

Abgesagte Kreuzfahrten machen nicht nur den Anbietern zu schaffen, sondern betreffen auch die Zulieferbranche: So macht zumindest der Arbeitgeber MAN Energy Solutions mit weltweit 14.000 Beschäftigten die Folgen der Corona-Krise für das geplante Sparprogramm verantwortlich. Das sogenannte „Programm zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit des Unternehmens“ erfordert, laut Ankündigung, eine „deutliche Kostensenkung“ und Restrukturierung“.

Turbinenhersteller will Kosten einsparen: 155 Jobs in Hamburg werden gestrichen

Ganze 450 Millionen Euro will das Unternehmen mit den neuen Maßnahmen zur Kostensenkung einsparen. Dafür will der Turbinenhersteller rund 3000 Jobs in Deutschland, davon 155 in Hamburg, streichen. „Wir müssen uns auf ein längerfristig schwieriges Marktumfeld einstellen“, sagt Dr. Uwe Lauber, Vorstandsvorsitzender von MAN Energy Solutions. „Wichtige Geschäftsfelder des Unternehmens wie das Kreuzfahrgeschäft sind unmittelbar von den Folgen der Covid-19-Pandemie betroffen, und wir rechnen erst 2023 mit einer Erholung auf Vorkrisenniveau, so Lauber.

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Das Unternehmen MAN Energy Solutions stellt die Produktion von Dampfturbinen in Hamburg ein: 155 Mitarbeiter sind davon betroffen. 

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picture alliance/dpa

In den Hamburger Werken wurden bisher Dampfturbinen gebaut, die dann in der Industrie eingesetzt wurden. Wie ein Sprecher des Unternehmens der MOPO bestätigte, fertigt der Betrieb weiterhin Turbinen an seinem indischen Standort in Bangladore sowie in Oberhausen an. Der in Hamburg gelegene Servicestützpunkt für Schiffsmotoren bleibe erhalten. Dort seien rund 40 Personen beschäftigt. 

MAN-Vorstand strebt „sozialverträglichen Personalabbau“ an

Der MAN-Vorstand habe Gespräche mit dem Betriebsrat aufgenommen. Das Unternehmen kündigte an, dass der Personalabbau weitestgehend „sozialverträglich“ gestaltet werden soll. „Betriebsbedingte Kündigungen können aber nicht ganz ausgeschlossen werden.“

Gewerkschaft IG Metall kritisiert „Optimierung der Unternehmen unter dem Deckmantel Corona“

Die Gewerkschaft IG Metall erwartet weitere Auseinandersetzungen um Jobs in Deutschland, besonders in der Automobilindustrie. In den Branchen, für die die Gewerkschaft zuständig sei, seien ungefähr 300.000 Arbeitnehmer gefährdet, ihren Job zu verlieren. Vorstandsmitglied Jürgen Kerner kritisiert den geplanten Job-Abbau der Unternehmen unter dem „Deckmantel Corona“. Vieles davon habe auch schon vor Corona in der Schublade gelegen.

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Zwar gebe es momentan Unterauslastung, dafür sei aber die Kurzarbeit da. „Wenn die ersten Unternehmen damit durchkommen und sich optimieren, dann wird der Druck auf die anderen, die Beschäftigung halten, immer größer werden.“ Jetzt sei es wichtig, von Anfang an eine klare Position einzunehmen, empfiehlt Kerner. Er plädiert für ein gesellschaftliches Zeichen, um die bedrohten Arbeitsplätze nicht verschwinden zu lassen. (vst)

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