• Das längste Haus Hamburgs steht in Lohbrügge
  • Foto: Florian Quandt

Verwahrloster „Lindwurm“: Neue Pläne für Hamburgs längstes Haus

Hamburgs höchstes Wohngebäude ist mit 110 Metern die Elbphilharmonie. Das bekannteste Bauwerk der Stadt dürfte immer noch der Michel sein, aber wissen Sie, wo das längste Haus der Hansestadt steht? Nein? Der „Lindwurm“ in Lohbrügge ist es, ein 400 Meter langes Mega-Wohnhaus.

Die Großsiedlung Lohbrügge-Nord galt um 1959 als Vorzeigeprojekt. Die Gebäude wurden ab 1961 in aufgelockerter Bauweise mit viel Grün dazwischen errichtet. Herzstück der Trabantenstadt war der „Lindwurm“. Das Mega-Wohngebäude verläuft entlang der Straße Röpraredder und wird von zwei jeweils neunstöckigen Flügelbauten begrenzt.


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258 Wohnungen gibt’s in dem Endlos-Riegel

Noch bis in die 90er Jahre funktionierte das Zusammenleben in der Großsiedlung recht gut. Doch Anfang der Jahrtausendwende verwahrloste Hamburgs längstes Wohnhaus. Die 258 Wohnungen wechselten immer wieder den Besitzer. Die Eigentümer kassierten nur die Mieten, investierten aber kaum.

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Doch das soll sich jetzt ändern. Seit Kurzem besitzt die „Deutsche Invest Immobilien“ in Wiesbaden den Komplex des „Lindwurms“. Und nun soll endlich saniert werden. Mehr noch, der neue Eigentümer möchte auf dem Areal rund um Hamburgs längstes Gebäude 13 neue Mietshäuser mit 188 Wohnungen bauen.

Blick auf die Außenfassade des Wohnhauses
Das Gebäude steht nicht unter Denkmalschutz

Investor will weitere Häuser ergänzen

Einzelheiten wollte der Eigentümer gegenüber der MOPO noch nicht mitteilen. Der Grund: Bisher liegt vom Bezirksamt nur ein „Vorbescheid“, aber noch keine Baugenehmigung vor. Der Investor hat inzwischen aber bereits einen Architektenentwurf präsentiert. Demnach sollen an der Rückseite des „Lindwurms“ drei Wohnhäuser gebaut werden. An der Vorderseite, wo jetzt noch große Parkplätze sind, ist die Errichtung von zehn Häusern angedacht. Da kein Denkmalschutz besteht, könnten die Planungen genehmigungsfähig sein. Inzwischen war sogar schon Hamburgs Oberbaudirektor Franz Josef Höing am „Lindwurm“. Gegenüber der „Bergedorfer Zeitung“ nannte er den Bau ein „Schätzchen auf den zweiten Blick“.

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Übrigens: Eine Zeitlang galt der „Lindwurm“ sogar mal als längstes Haus Europas. Derzeit ist wohl der 700 Meter messende „Lange Jammer“ in Berlin-Reinickendorf zumindest das längste deutsche Gebäude. Abgeschlagen folgt dann auf dem 3. Platz, noch hinter dem „Lindwurm“, mit 335 Meter die „Lange Lene“ in Leipzig. Bis es dort um das Jahr 2000 aus Brandschutzgründen zu einem Umbau kam, gab es hier sogar jeweils einen einzigen zusammenhängenden Flur pro Etage. Zu DDR-Zeiten sollen dort betrunkene Motorradfahrer aus Ungarn ein Kurzstrecken-Rennen auf dem Flur durchgeführt haben.

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