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Eine ältere Frau am Telefon (Symbolfoto)
  • Die 69-Jährige ging zum Schein auf die Forderung der Trickbetrüger ein. (Symbolfoto)
  • Foto: picture alliance / Sebastian Gollnow/dpa

„Schockanrufer“ bei fingierter Geldübergabe geschnappt – 50-Jähriger vor Gericht

Es ist eine ganz miese Masche: Betrüger bringen mit sogenannten „Schockanrufen“, bei denen angeblich Angehörige in großen Schwierigkeiten stecken und dringend Geld brauchen, Menschen um ihr Erspartes. Doch eine pfiffige Rentnerin aus Barmbek fiel nicht darauf herein und stellte den Tätern eine Falle. Jetzt steht ein 50-Jähriger vor Gericht.

Der Anruf kam laut Hamburger Staatsanwaltschaft am 28. März dieses Jahres gegen 15.30 Uhr. Als die 69-Jährige in Barmbek-Süd den Hörer abnahm, hörte sie am anderen Ende zunächst eine Frau schluchzen. Dann übernahm eine weitere Frau den Anruf. Diese gab sich ihr gegenüber als Polizeibeamtin aus und tischte der arglosen Frau eine beachtliche Lüge auf: Ihre Tochter hätte bei einem von ihr verschuldeten Verkehrsunfall eine Radfahrerin getötet. Um eine Inhaftierung abzuwenden, müsse sie eine Kaution von 40.000 Euro zahlen. Das Geld sollte sie an einen angeblichen Polizeibeamten übergeben, der sich mit ihr treffen würde.

Hamburg-Barmbek: Rentnerin stellt „Schockanrufer“ eine Fall – Anklage!

Die Rentnerin willigte ein. Da ahnten die mutmaßlichen Trickbetrüger jedoch nicht, dass sie deren Plan längst durchschaut hatte und nur zum Schein auf deren Forderung einging. Tatsächlich informierte sie die echte Polizei über das gerade Erlebte. Das Fachkommissariat für phänomenbezogene Vermögensdelikte arrangierte daraufhin zusammen mit Zivilfahndern eine fingierte Geldübergabe. Als dann ein Mann an ihrer Wohnung an der Stückenstraße auftauchte, der sich laut Anklage ihr gegenüber als Mitarbeiter der Anruferinnen ausgab, übergab sie diesem einen zuvor präparierten Stoffbeutel. Kaum hatte der Mann die vermeintliche Kaution in Empfang genommen, klickten auch schon die Handschellen. Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft.

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Am Mittwoch muss sich der 50-Jährige wegen des Vorwurfs des versuchten gewerbs- und bandenmäßigen Betruges vor dem Amtsgericht Barmbek verantworten. Die beiden Anruferinnen hingegen haben nichts zu befürchten. Sie blieben bislang unerkannt.

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