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  • Foto: picture alliance/dpa

Schock für Foto-Fans: Europa-Zentrale in Hamburg: Olympus will Kamera-Sparte verkaufen

Hammerbrook –

Seit den 1930er Jahren produzierte der japanische Olympus-Konzern Kameras von Weltruf, jetzt will das Unternehmen die Sparte verkaufen – ein Schock für die eingeschworene Olympus-Fangemeinde unter Fotografen. Ganz anders die Reaktion in der Europa-Zentrale in Hammerbrook: Hier gibt man sich gelassen. Der Foto-Bereich ist schon lange nicht mehr die Haupteinnahmequelle des Weltkonzerns.

Insgesamt arbeiten in den beiden Hamburger Standorten 2850 Menschen für Olympus. Das Unternehmen ist damit der größte japanische Arbeitgeber im Norden. Die Europa-Zentrale an der Amsinckstraße (Hammerbrook), die auch für den Nahen Osten und Afrika zuständig ist, bietet rund 1500 Arbeitsplätze. Die übrigen Beschäftigten arbeiten in Jenfeld, wo der Konzern sein europäisches Entwicklungs- und Produktionszentrum für Medizintechnik unterhält.

Olympus: Größter japanischer Arbeitgeber in Hamburg

Wie viele Jobs in Hamburg direkt von der Kamerasparte abhängen, dazu wollte der Unternehmenssprecher sich gegenüber der MOPO nicht festlegen, es soll sich aber um einen geringen Teil der Mitarbeiter handeln. Der Standort wird sogar gestärkt: Derzeit baut Olympus eine neue Zentrale in der City Süd.

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Der Neubau von Olympus entsteht an der Wendenstraße in Hammerbrook und umfasst insgesamt 55.000 Quadratmeter (Animation).

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Olympus Europa

Fakt ist: Nur noch rund fünf Prozent des Umsatzes wird durch die weltberühmten Kameras erzielt. Ein Schicksal, das die ganze Branche betrifft: Seit jeder Smartphone-Besitzer mit seinem Handy fotografiert, ist der Markt für Digitalkameras zusammengebrochen. 

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Retro-Look: Die OM-D E-M10 Mark lll von Olympus kam 2017 auf den Markt.

Foto:

picture alliance / Olympus/dpa-t

Olympus: Kamerasparte wird verkauft

Wie Olympus nun mitteilt, wurde ein „Memorandum of Understanding“, also eine Absichtserklärung, mit der japanischen Investmentfirma Japan Industrial Partners unterzeichnet. Deren Geschäftsmodell ist es, defizitäre Unternehmensbereiche zu kaufen, wieder in die Gewinnzone zu führen und sie dann zu verkaufen.

Ob unter dem Traditionsnamen Olympus weiterhin Kameras produziert werden, oder ob die Absichtserklärung das Ende dieser Ära ist, bleibt vorerst offen.

 

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