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Die ehemalige Honigfabrik in Wilhelmsburg ist heute ein Kulturzentrum.
  • Die ehemalige Honigfabrik in Wilhelmsburg ist heute ein Kulturzentrum.
  • Foto: IMAGO / imagebroker

Schock in Hamburger Kulturzentrum: Mitarbeiterin gehört zu Reichsbürgern

Schock in der „Honigfabrik“ in Wilhelmsburg: Nach Recherchen des Hamburger „Bündnis gegen Rechts“ soll eine Mitarbeiterin des Kulturzentrums Mitglied der Reichsbürger-Gruppierung „Königreich Deutschland“ sein. Das Kulturzentrum reagiert prompt – und zieht Konsequenzen.

„Die Honigfabrik distanziert sich eindeutig von Reichsbürgern und jeglichem rechten Gedankengut“, heißt es in der Stellungnahme, die das Kulturzentrum heute auf Facebook postete. „Nach dem gemeinsamen Gespräch zwischen Mitarbeiter:innen und Teilen des Vorstands hat sich die Honigfabrik mit sofortiger Wirkung von Maren getrennt.“

Reichsbürger-Vorwürfe gegen Mitarbeiterin von „Honigfabrik“

Gekündigt habe die Mitarbeiterin bereits vorher zum 31. Juli, steht dort weiter. Ihre Begründung sei gewesen, sie wolle aufs Land ziehen. „Sie sagte uns erst heute, sie sei seit Dezember 2023 Mitglied vom Königreich Deutschland.“

STELLUNGNAHMEHONIGFABRIK, 11.06.2024Die Honigfabrik ist immer noch im Schock. Am vergangenen Wochenende wurde aus…

Posted by Honigfabrik on Tuesday, June 11, 2024

Der Fantasiestaat „Königreich Deutschland“ (KRD) wurde im September 2012 in Sachsen-Anhalt „ausgerufen“ und wird schon seit vielen Jahren vom Verfassungsschutz beobachtet. Der Gründer Peter Fitzek (58) hatte sich im „Staatsgründungsakt“ zum „Obersten Souverän“ ernennen lassen, kurz darauf gab es eine eigene „Verfassung“. Die Reichsbürger erkennen die Bundesrepublik und deren demokratischen Strukturen nicht an.

„Honigfabrik“ distanziert sich von Reichsbürger-Gedankengut

Laut Recherchen des Hamburger „Bündnis gegen Rechts“ lud Fitzek als der selbsternannte „König von Deutschland“ am 1. Juni seine Anhänger zum „Zukunftskongress“ in Holm (Kreis Pinneberg) ein. Der Ort sollte vorher geheim bleiben, nur Mitglieder wurden darüber informiert. Wie das „Bündnis gegen Rechts“ schrieb, nahmen daran um die 70 Personen teil, darunter auch „Honigfabrik“-Mitarbeiterin Maren.

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„Die Honigfabrik ist vor den Kopf gestoßen und wir können es nicht fassen, dass wir nichts mitgekriegt haben“, heißt es in der Stellungnahme des Kulturzentrums. Die Frau namens Maren soll für den Bereich Kinderkultur zuständig gewesen sein. „Wir sind nicht nur auf einer persönlichen Ebene entsetzt, auch die gesellschaftlichen Dimensionen sind uns bewusst und lassen uns erschüttern. (…) Was mit Gemeinschaft lockt und so unschuldig daher kommt wie das friedliche Leben auf dem Land, baut auf Ausgrenzung, Hass, Rassismus und Antisemitismus. Das steht für all das, wogegen sich die Honigfabrik seit über 40 Jahren einsetzt.“

Das steckt hinter der Reichsbürger-Gruppierung

Fitzeks „Königreich“ ist mit circa 6000 Anhängern vermutlich deutschlandweit die größte Reichsbürger-Gruppierung. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleitungsaufsicht (BaFin) ließ im November 2023 etliche Objekte des „Königreich Deutschland“ durchsuchen.

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Ziel war es laut der BaFin, „die mutmaßlich unerlaubt betriebenen Finanzgeschäfte des sogenannten Königreichs Deutschland zu unterbinden.“ Fitzek wurde im Juli 2023 zudem wegen vorsätzlicher Körperverletzung und Beleidigung zu einer Haftstrafe von acht Monaten ohne Bewährung verurteilt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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