Noch wird überall auf dem Hans-Albers-Platz in Hamburg-St. Pauli feuchtfröhlich gefeiert. Doch während es im „Frida B“ (l.) auch nach 23 Uhr weitergeht, darf das „Albers-Eck“ (r.) dann keinen Alkohol mehr ausschenken.
  • Noch wird überall auf dem Hans-Albers-Platz feuchtfröhlich gefeiert. Doch während es im „Frida B“ (l.) auch nach 23 Uhr weitergeht, darf das „Albers-Eck“ (r.) dann keinen Alkohol mehr ausschenken.
  • Foto: Marius Röer

Rechts ein Hotspot, links nicht: Für diese zwei Kiez-Bars gelten verschiedene Regeln

Schaut man sich den Kiez nach 23 Uhr an, sieht man zwei verschiedene Welten. Im „Frida B“ in der Friedrichstraße sitzen Besucher gut gelaunt im Bereich der Außengastronomie und trinken zu lauter Musik ein frisch gezapftes Pils. Doch nur ein paar Meter weiter im „Albers-Eck“ auf dem Hans-Albers-Platz ist die Stimmung im Keller.

Der Grund: An Party-Hotspots wie dem Hans-Albers-Platz und der Reeperbahn darf nach 23 Uhr kein Alkohol mehr verkauft werden, während die Bars in den Seitenstraßen den Alkoholdurst der Menschen weiterhin stillen dürfen. Diese Regelung sorgt für Ärger bei Barbetreibern.

Hamburg: Alkoholverbot ab 23 Uhr auf dem Hans-Albers-Platz

„Ich gönne den Kollegen, dass sie ihr Geschäft endlich wieder zum Laufen bringen können und freue mich wirklich für sie, ungerecht finde ich die Regelung trotzdem“, so Oliver Borth, Betreiber des „Albers-Eck“ auf dem Hans-Albers-Platz.

„Ich habe den Abstand zwischen den Tischen vor meiner Bar und den Tischen der Bar nebenan gemessen. Das sind nur drei Meter“, so Borth. „Mein Nachbar darf Alkohol ausschenken und ich nicht. Ich bin echt sauer.“

Oliver Borth, Barbetreiber der Kneipe „Albers-Eck“.
Oliver Borth, Barbetreiber der Kneipe „Albers-Eck“.

Hamburg: Behörde will Zonen für Alkoholverbote ausweiten

Die Schwierigkeit der Hotspot-Aufteilung ist nach MOPO-Informationen auch in Behördenkreisen erkannt worden. Es werde in den nächsten Tagen darüber abgestimmt, wie das Problem zu lösen sei, verriet eine gut unterrichtete Quelle der MOPO. Jedoch werde es mutmaßlich eher dazu kommen, dass Bereiche, in denen Alkoholverbote ab 23 Uhr gelten, erweitert werden, als dass diese dort gelockert werden.

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Trotz sinkender Infektionszahlen sei es wichtig, größere Menschenansammlungen zu verhindern. Deswegen ergebe es Sinn, Hotspots zu benennen und diese durch Alkoholverbote uninteressant zu machen. Dabei sei es nun mal notwendig, die Grenze irgendwo zu ziehen.

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