• Am Friesenstrand in der Wesermarsch kann mal eine Radelpause einlegen und herrlich entspannen.
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Radtouren : Tolle Routen im Norden – jetzt fehlt nur noch der Sommer

An Storchennestern vorbei, entlang der Elbe und Weser oder durch ein Blütenmeer von Rhododendren: Eine Radtour ist für viele Menschen derzeit eine kleine Flucht aus dem Corona-Alltag. Etliche Regionen in Niedersachsen bieten dafür neue ausgefeilte Angebote – und im Zuge der Corona-Pandemie entdecken immer mehr Menschen ihre Umgebung vor der Haustür neu. Die MOPO stellt besonders schöne Ziele vor.

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MOPO

Ammerland: Hier setzt man auf Qualität statt Quantität. „Wir haben ordentlich entrümpelt“, sagt beispielsweise Frank Bullerdiek von der Ammerland Touristik. Die Region geht mit 15 frischen Themen-Touren in die Saison. Die Strecken sind zwischen 30 und knapp 60 Kilometer lang: Es gibt Kirchwege durch verwunschene Wälder, eine Mühlen-Entdeckungsreise oder die sogenannte Rhododendrenausfahrt.

Das Ammerland lockt mit blühenden Rhododendren und traumhafter Landschaft

Neben den klassischen grün-weißen Radwegweisern und den Logos der einzelnen Themenrouten setzt das Ammerland, wie auch andere Regionen, inzwischen auf das Knotenpunktsystem. Das Prinzip: Fahren nach Zahlen. Touren können individuell verkürzt, variiert oder verlängert werden. 300 Knotenpunkte mit 300 Übersichtskarten haben die Ammerländer installiert.

Radtour Ammerland

Das Ammerland, wie hier bei Wiefelstede, ist berühmt für seine Rhododendren.

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picture alliance / Bernd F. Meier/dpa-tmn

Auf den Karten sind Sehenswürdigkeiten und Schutzhütten verzeichnet. Radler können sich nach Angaben der Macher zu Hause „in drei Minuten“ ihre Knotenpunkttour zusammenstellen, ausdrucken und dann loslegen – oder einfach ohne jegliche Vorbereitung losradeln und sich vor Ort inspirieren lassen. Das Knotensystem stammt ursprünglich aus Belgien und den Niederlanden.

Oldenburg: 50 Kilometer westlich von Bremen liegt Oldenburg. Hier ist Radfahren eine Selbstverständlichkeit. Man redet nicht groß drüber, sondern tut es einfach. Radrouten führen auf insgesamt fast 800 Kilometern durch die Stadt und ins Umland.

Radtour Oldenburg

Oldenburg – egal, ob in der Stadt oder „umzu“, ist ein Paradies für Radfahrer.

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picture alliance / Hauke-Christian Dittrich/dpa

Besonders beliebt sind der Hunte-Radweg, immer am Fluss entlang, die Tour „Grünes Oldenburg“ und die „Geo-Tour Klimaschätze“, eine Art Schnitzeljagd per Rad. Hier fährt man nicht nur auf geraden Wegen, es geht auch mal über Stock und Stein. Lieblingsziel der Radler in Oldenburgs Umgebung ist das Zwischenahner Meer in 17 Kilometern Entfernung.

Oldenburg, die Stadt der Radfahrer

Wesermarsch: Die Wesermarsch heimste in diesem Jahr zum zweiten Mal nach 2018 die Zertifizierung als „Radreiseregion“ ein. Vergeben wird der Titel nach Prüfung durch den Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC). „Unsere Routen sind alle thematisch sehr unterschiedlich“, sagt Tina Tönjes von der Touristikgemeinschaft Wesermarsch.

Rast machen in einem Melkhus

Zwischen Nordsee, Jade und Weser locken „Abendrot-Tour“, pittoreske Dörfer, Küstenlinien und Häfen. Beliebt sind hier die Melkhüs.

Radtour Weser 2

Störche gucken kann man am besten in der Wesermarsch. Bei Berne leben mehr als 100 Paare. 

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In den kleinen Holzhütten bieten Landfrauen Leckereien rund um Milch an, vom Buttermilchshake bis zur selbst gemachten Eiscreme. Das Melkhus Berne Ohrt oder das Melkhus Fuchsberg liegen nicht nur bei Touristen hoch im Kurs, sondern auch bei Bikern aus Bremen und Oldenburg, die dorthin gerne Feierabendtouren unternehmen. Die Gegend ist zudem ein Paradies für Störche. Mehr als 100 Paare nisten allein in der „Storchenpflegestation Wesermarsch“.

Bremen: Die Hansestadt gehört laut ADFC zu den Hochburgen der Alltagsradler. Auch in der Freizeit steigen die Menschen dort gerne aufs Rad, Touristen ebenso. „Wir haben alle Karten und Flyer zum Start der neuen Saison überarbeitet und neu aufgelegt“, sagt Jens Joost-Krüger von der Wirtschaftsförderung Bremen. Das Angebot der sogenannten Quartierstouren wurde überarbeitet, etwa die Wegeführung in der Überseestadt. „Komplett neu aufgelegt wird die Runde Bremen–Vegesack–Bremen“, sagt Joost-Krüger.

Radtour Bremen

Das ländliche Blockland liegt nur wenige Minuten von der Bremer City entfernt.

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Sina Schuldt/dpa

In Bremen gibt’s ein Lastenradkino

Besonders gefragt waren in der vergangenen Saison die neue Bremen–Worpswede-Tour, die Route durchs Blockland und die Innenstadt-Runde „Mittenmang“. Geplant sind in dieser Saison acht „Film Night Rides“ – dabei geht es zu ungewöhnlichen Orten in der Stadt, an denen mit einem mobilen Lastenradkino Filme gezeigt werden. „Komplett neu ist eine Fahrradbühne samt Veranstaltungstechnik, mit der wir dezentrale Spielorte per Lastenrad erschließen.“

Osnabrücker Land: Frischer Wind bläst auch im Osnabrücker Land. Im Vorfeld des 375. Geburtstages des Westfälischen Friedens (2023) bekam die Friedensroute eine Generalüberholung: Unter anderem gibt es am Weg nun zwölf Hörstationen rund um den 30 Jahre währenden Konflikt von Protestanten und Katholiken.

Lüneburger Heide: In der südlichen Lüneburger Heide ist die Tour durch das Naturschutzgebiet am Heidebach Lutter der Renner. Dort haben seltene Tierarten wie die Flussperlmuschel wieder eine Zukunft: Früher gab es diese Muscheln massenhaft in den Heidebächen, heute sind sie vom Aussterben bedroht.

Radtour Heide

Die Lüneburger Heide ist eines der beliebtesten Ziele für Radreisende.

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picture alliance/dpa/Lüneburger Heide GmbH

Auch die Heidekartoffel-Tour kommt bei Radlern in der Region gut an. Zudem tüfteln die Touristiker in der Lüneburger Heide an einem Novum: „Wir haben einen neuen großen Radweg in Planung“, sagt der Verantwortliche Ulrich von dem Bruch. Geplant ist ein Rundkurs durch alle fünf Landkreise in der Heide. „Wir hoffen, dass wir den noch im Herbst eröffnen können. Es wird ein Mehrtagesweg.“

Aller-Leine-Tal: Zu den populären Strecken im Aller-Leine-Tal gehören die Storchen- und die Wolfsroute. Storchenfans radeln an etlichen Horsten und Futterplätzen vorbei, in Schwarmstedt können sie zudem einen Blick ins „Storchenkino“ werfen, wo Bilder aus einem Storchennest live übertragen werden. Die „Energie-Route“ von Celle bis Verden mit Stationen zum Thema erneuerbare Energien hingegen ist in die Jahre gekommen; man verpasst ihr gerade eine Verjüngungskur mit zum Teil neuer Streckenführung.

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