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Rad statt Auto: Hamburgs zweite Pop-Up-Bikelane eröffnet – es gibt auch Kritik

Die neue Pop-up-Bikelane in Altona wurde am Sonntag eröffnet.

Die neue Pop-up-Bikelane in Altona wurde am Sonntag eröffnet.

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Behörde für Verkehr und Mobilitätswende

Altona -

Es ist ein weiterer Schritt in Richtung Mobilitätswende: Am Sonntag hat Hamburg eine neue Pop-Up-Bikelane auf der Max-Brauer-Allee eröffnet. Mit dem temporären Radweg soll der Fahrradverkehr auf der wichtigen Verkehrsachse zwischen Altona und der City gestärkt werden. Die SPD begrüßte das Vorhaben. Aber es gibt auch Kritik. 

Auf der Max-Brauer-Allee haben Radfahrer nun mehr Platz – und zwar in beiden Richtungen zwischen Holstenstraße und StresemannstraßeLeuchtend gelbe Markierungsstreifen trennen den Fahrrad- vom Autoverkehr. Letzterer hat nur noch eine Spur in jede Fahrtrichtung zur Verfügung. Die provisorische Radspur ist rund 400 Meter lang und bis zu 2,66 Meter breit. Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne) spricht von einem Zugewinn an Lebensqualität”. 

SPD begrüßt Pop-up Bikelane in Altona  

Die SPD-Bürgerschaftsfraktion begrüßt den neuen temporären Radweg ebenfalls. Dieser sei nicht nur angesichts der Mobilitätswende von zentraler Bedeutung, sondern sei auch eine Antwort auf das geänderte Verkehrsverhalten im Zusammenhang mit dem Corona-Virus. Immer mehr Menschen nutzen das Fahrrad in unserer Stadt für immer mehr Wege – auch auf Strecken ohne gute, ausreichend breite Radwege”, sagte Lars Pochnicht, Radverkehrsexperte der SPD-Bürgerschaftsfraktion. Dem wollen wir kurzfristig und mit geringem Aufwand mit der Einrichtung von Pop-up-Bikelanes abhelfen.” 

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Mittelfristig sei es das Ziel, auf diesen Strecken nachhaltige bauliche Veränderungen vorzunehmen. So sollen klimaschädliche Emissionen im Straßenverkehr reduziert und gleichzeitig der Rad- und Fußverkehr gestärkt werden. Bis 2030 soll der Anteil des Radverkehrs in Hamburg von 25 auf 30 Prozent steigen. 

Bikelane in Altona: Kritik vom ADFC und der Initiative Sternbrücke 

Kritik kommt vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) und der Initiative Sternbrücke. Zwar begrüßen sie die neue Pop-up-Bikelane als wichtigen Schritt in Richtung Mobilitätswende. Aber es fehle eine konsequente Weiterführung der Fahrradwege unter der Sternbrücke durch. Ausgerechnet die großzügigen Abbiegespuren auf der Max-Brauer-Allee blieben auf beiden Seiten der Sternbrücke erhalten. Autoverkehr habe dort weiterhin Vorrang. 

Der Hintergrund: Seit Jahren gibt es Streit um die denkmalgeschützte Sternbrücke über der Kreuzung Max-Brauer-Allee/Stresemannstraße. Laut Tjarks sei die alte Brücke ein Hindernis für die Mobilitätswende in Hamburg, denn der Platz unter der Brücke ist sehr begrenzt. Platz für Fahrradwege gebe es nicht. In einer Presserunde Anfang November stellte er klar: Die Sternbrücke wird abgerissen, ein Riesen-Neubau aus Stahl soll kommen. Das wollen ADFC und die Initiative Sternbrücke vermeiden. 

ADFC stellt Plan für Verkehr um Sternbrücke vor

Um die Verkehrswende umzusetzen, müsse also vor allem für die Bereiche vor und hinter der Brücke eine Lösung gefunden werden. Als zentraleAnsatz sehen der Fahrradclub und die Initiative neue Bus- und Fahrradspuren, eine zweispurige Stresemannstraße für den motorisierten Individualverkehr sowie „Busweichen“ vor der Brücke, die für einen reibungslosen öffentlichen Nahverkehr sorgen. So könnte die denkmalgeschützte Brücke trotz Verkehrswende erhalten bleiben. 

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Die Pop-Up-Bikelane an der Max-Brauer-Allee ist die zweite in Hamburg. Anfang September wurde der erste temporäre Radweg auf der Straße Am Schlump” eingerichtet. Beide Radwege sollen zunächst für ein Jahr bestehen bleiben.